augsburg.ag wirtschaftsdialog zum Thema: Win-Win-Lösung für die Region - Ausbau der A8 schreitet voran - Präsident der Autobahndirektion Südbayern zu Gast in Augsburg

Interessante Hintergrundinformationen zum Ausbau der A8 und dessen Vorgeschichte lieferte der Präsident der Autobahndirektion Südbayern Paul Lichtenwald den Mitgliedern des Fördervereins der Augsburg AG. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe augsburg.ag wirtschaftsdialog erläuterte der Planungsexperte Details zu dem interessanten und bundesweit neuartigen Betreibermodell. 

 

Seit Juni 2007 rollen die Bagger zum Ausbau der A8 auf der Strecke München-Augsburg. Der sechsspurige Ausbau ist der erste Fall in der Bundesrepublik, bei dem ein privater Betreiber den kompletten Ausbau und Betrieb einer regulären Autobahnstrecke übernimmt. Rund 150 Aktenordner bzw. 400 Dateien füllt der Vertrag, der festlegt, wie Risiken, Kosten und Gewinne zwischen der öffentlichen Hand und dem privaten Konzessionsnehmer verteilt sind. „Es wird einen Gewinner geben - wer der Gewinner ist, können wir heute noch nicht sagen“, so der Präsident der Autobahndirektion Südbayern Paul Lichtenwald auf Fragen aus dem Auditorium gegenüber den Mitgliedern des Fördervereins.

 

Die Investitionskosten in Höhe von rund 240 Mio. € trägt der Konzessionsnehmer. Bund und Freistaat unterstützen ihn lediglich mit einer Anschubfinanzierung von rd. 6,2 Mio. €, außerdem erhält der Betreiber die Einnahmen aus der LKW-Maut, derzeit ca. 12-16 Mio. € pro Jahr. „Und das soll sich rechnen?“, wunderten sich angesichts dieser Zahlen die anwesenden Unternehmer. Wer bei diesem Modell gewinnt, hängt von der Entwicklung des Verkehrsaufkommens und den davon abhängigen Mauteinnahmen, aber auch von weiteren Unbekannten wie künftiger Mauthöhe, Inflationsausgleich, Baustellen u.ä. ab. Bei den Mauteinnahmen gibt es durchaus noch Steigerungspotenzial: Von derzeit rd. 60.000 auf über 95.000 Fahrzeuge in 24 Stunden könnte die Verkehrsbelastung auf der A8 im Bereich Augsburg noch steigen.

 


Aus diesen Einnahmen muss der Investor auch den Betrieb der Autobahnstrecke bis zum Jahr 2037 finanzieren. Sorgen um die Qualität brauchen sich die Nutzer laut Paul Lichtenwald dennoch nicht zu machen: „Die Tatsache, dass der Betreiber die Strecke über 30 Jahre unterhalten muss und seine Einnahmen von der Verkehrsfrequenz abhängen, wird ihn davon abhalten, die Straßenqualität zu vernachlässigen.“ Auch eine zügige Durchführung von Baumaßnahmen ist nach den Vertragskonditionen zu erwarten: Für Verkehrsbeeinträchtigungen, die durch Baumaßnahmen nach der Fertigstellung entstehen, muss der Konzessionsnehmer Verkehrsbeeinträchtigungskosten an den Konzessionsgeber zahlen. Für die Überschreitung des Fertigstellungstermins im Dezember 2010 werden zudem pro Tag 50.000 € fällig.

 


Vier weitere Ausbauten mit einem ähnlichen Modell sind in Deutschland in Planung. Ob das neue Betreibermodell sich auch für andere Vorhaben durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Für Augsburg wäre eine schnelle Entscheidung von Vorteil: Noch in diesem Jahr möchte der Bund entscheiden, ob das Betreibermodell auch für den Ausbau der Strecke Günzburg-Augsburg eingesetzt werden soll. Das Baurecht ist bereits vorhanden.

 

Unter den anwesenden Unternehmern wurde das Modell nach intensiver Diskussion schließlich positiv bewertet: „Es wird drei Gewinner geben“, lautete die Schlussfolgerung eines Unternehmers. „Die öffentliche Hand, die die Mittel für einen sofortigen Ausbau anders nicht aufgebracht hätte, den Konzessionsnehmer, der damit einen Gewinn erwirtschaften wird, und uns, die Nutzer der zügig ausgebauten Autobahn.“

 

Die Veranstaltung zum Thema „Ausbau der A8 München-Augsburg“ bei der Sparda-Bank war die sechste und letzte Veranstaltung der Reihe augsburg.ag wirtschaftsdialog im Jahr 2007. Ziel der Reihe ist es, Unternehmen mit einem breiten Kreis aus wichtigen Entscheidungsträgern aus Institutionen, Verwaltung und Politik in den Dialog bringen. „Über 400 Unternehmer sind in diesem Jahr unserer Einladung gefolgt sind und haben unsere neue Veranstaltungsreihe augsburg.ag wirtschaftsdialog besucht“, freut sich Andreas Thiel, als Vorstand der Augsburg AG verantwortlich für den Bereich Unternehmens- und Netzwerkbetreuung. „Aufgrund des großen Erfolges werden wir die Veranstaltungsreihe im nächsten Jahr fortsetzen.“

 

Der augsburg.ag wirtschaftsdialog wird von der Augsburg AG und dem Förderverein der Augsburg AG gemeinsam durchgeführt. Der Förderverein der Augsburg AG hat mittlerweile über 100 Mitglieder und investierte seit seiner Gründung über 300.000 EUR in den Standort Augsburg.

 

 

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