Das persönliche Wohn-Portrait: Bewohner berichten aus ihrem Stadtteil

(Der Autor ist Student, 28 Jahre alt, gebürtiger Augsburger und besucht die Universität Augsburg. Er lebte zehn Jahre im Bärenkeller. Der Artikel gibt die persönliche Meinung und Erfahrung des Autors zu seinem Wohnstandort wieder.)

Bärenkeller

 

Einfamilienhäuschen mit viel Grün "meets" Mietskaserne - so könnte wohl das Motto lauten, wollte man im Augsburger Stadtteil Bärenkeller eine Party feiern. Doch auch wenn in Augsburg der Bär wo anders tanzt, geht es in diesem Stadtteil bunt her - Kontraste gibt es genug.

 

"Im Bärakella laufen'd Kinder nagat umanand" (Hochdeutsch: Im Bärenkeller laufen die Kinder nackt umher), so beschreibt eine alte Augsburger Redensart die Verhältnisse in den Siedlergemeinschaften, die sich zwischen den 30er und 50er Jahren gründeten und im Nordwesten Augsburgs sich gemeinschaftlich Wohnraum für sich schufen. Den prägnanten Namen verdankt das Viertel den Bärenwirten und deren Gasthof, dem "Gasthof zum Bärenkeller". Dieser Gasthof vor den Toren Augsburgs ist heute mit seinen bis auf das 14. Jahrhundert zurückgehenden Bierkellern der älteste in seiner Funktion erhaltene Gasthof Augsburgs. Seinen Namen verdankt er, der Legende nach, Tanzbären die fahrende Gaukler hier in den Kellern einquartieren durften. Heute sieht man dem Gebäude seine reiche Historie leider nicht mehr an. Der echte Biergarten, in vollstem bayerischen Sinne, mit Schatten spendenden Kastanien, dem gekiesten Sitzbereich  und den darunter liegenden 5 Stockwerken mittelalterlicher Bierkeller bietet aber dennoch einen idealen Ort, um an einem heißen Sommertag Schatten und Erholung bei einem kühlen Bier zu finden.

 

Heute zeigt sich Bärenkeller mit seinen ca. 8.000 Einwohnern mit viel Potential, als grüne Oase in Stadtnähe. Nach wie vor geprägt von den Häuschen der Siedlergemeinschaften und ihren großen, ursprünglich zur Selbstversorgung gedachten Gartenflächen, entwickelt es sich zunehmend zu einem beliebten Wohngebiet auch für Menschen mit gehobenen Ansprüchen. Viele Siedlerhäuschen mussten bereits architektonisch durchaus ansprechenden, geräumigeren Einfamilienhäusern weichen. Zunehmend siedelt sich hier ein wohlsituiertes Publikum an, und auch vermehrt Familien mit Kindern entdecken den Reiz des Viertels. Noch sind aber die zum großen Teil noch von ihren Erbauern bewohnten Siedlerhäuschen prägend. Ein überdurchschnittlich großer Teil der Bewohner ist folglich über 65. Städtebauliche "Wermutstropfen" im aufstrebenden Viertel sind einige, ebenfalls aus Gründerzeiten stammende, Arbeiterwohnblocks, die teils noch nicht einmal über Bäder in den Einzelwohnungen verfügen. Hier wird aber gerade fleißig saniert und die solide Bausubstanz aus den 1930 Jahren für das 21. Jahrhundert fit gemacht.

 

In unmittelbarer Nähe des ruhigen Grüns der Siedlungen findet sich alles was man für den Alltag braucht. Drei Kindergärten und eine Grund- und Hauptschule bieten jungen Familien eine sehr gute Infrastruktur. Neben Ruhe und Privatheit finden sich Supermärkte und Metzger, Gemüsegärtner, Friseure und Ärzte. Der nahe gelegene Metro-Markt bietet ein hochwertiges, großes Sortiment. Ob argentinische Steakhüfte für den Grillabend oder Fisch in Sushi-Qualität, hier bekommt man alles, und das auch noch bis 22 Uhr.

 

Einige Vereine haben sich ebenfalls hier angesiedelt. Neben Schützen- und Fußball-Verein kann hier auch auf Regionalliganiveau Rugby trainiert und gespielt werden. Das Bärenkeller-Schwimmbad, ein Freibad mit Rutschen, großer Liegewiese und vielen Spielmöglichkeiten für Kinder bietet Raum für Familien oder den Feierabend-Schwumm. Wen es nach der Arbeit eher in die Natur zieht, der findet im nahe gelegenen Panzerkessel, einem ehemaligen US-Truppenübungsplatz und Hochmoor, den richtigen Ort um abzuschalten, etwa bei einer Feierabendrunde mit dem Mountainbike oder einfach einem ausgiebigen Spaziergang.

 

Die direkte Anbindung an B17 und A8 machen Bärenkeller zu einer guten Ausgangsbasis für das Pendeln nach München. Aber auch wer in Augsburg arbeitet findet sich mit einem im 15 Minuten Takt fahrenden Bus und einer Fahrzeit von 20 bis 25 Minuten in die Innenstadt ebenfalls gut angebunden vor. Wenn es mal später wird, fahren Donnerstag bis Samstag ab 24 Uhr stündlich Nachtbusse. Sollten Sie also auf der Suche nach einem Zuhause mit großem Garten in ruhiger und grüner Umgebung in Stadtnähe sein, dann könnte Bärenkeller das Stadtviertel Ihrer Wahl sein.

 

Daten zum Wohnstandort

Preise:
Wohnungen zur Miete: 6,50 EUR/m²
Eigentumswohnungen: 1.400 EUR/m²
Häuser zum Kauf: 264.000 EUR

Haushalte:
Double Income No Kids: 6 %
Singles: 43 %
Familien: 26 %

Bebauung: 

20 % Wohnungen
80 % Einfamilienhäuser

 

Quelle: www.Immobilienscout24.de

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