Der erste Stratosphärenflug

Die Augsburger Ballonfabrik (BFA) wurde am 27. Mai 1931 zum einmaligen Schauplatz in der Geschichte der Ballonfahrt. Der Schweizer Physiker und Ingenieur August Picccard (28. Januar 1884 bis 24. März 1962) startete vom Betriebsgelände zu seinem Höhenrekord von 15.781 m - flog als erster in einem Ballon in die Stratosphäre und landete 17 Stunden später auf dem Gletscher von Obergurgl.

Für dieses Event entwickelte die BFA exklusiv einen Stratosphärenballon mit 14.000 m³ Volumen. Piccard konstruierte die Gondel aus Metall - luftdicht, überdruckbelastbar, zwei Meter im Durchmesser, versehen mit acht kleinen Luken.

Auguste Piccard hatte mit seinem Flug in die Stratosphäre eine große Mission zu erfüllen: Sein Forschungsgeist trieb ihn die Atmosphäre zu untersuchen, Messungen zu kosmischen Strahlen vorzunehmen, um seine Entdeckungen in den Tiefen des Meeres fortzusetzen.

Sowohl sein Sohn Jaques, als auch sein Enkel Bertrand führten die Unternehmungen Piccards weiter. Der eine gelangte 1960 auf den Grund des Marianengrabens - 11.000 m unter dem Meeresspiegel, der andere umrundete zusammen mit Brian Jones 1999 als erster in einem Ballon die Erde. Piccard hat aller Wahrscheinlichkeit nach den Comic-Autoren Hergé zu seiner Figur Professor Bienlein inspiriert.

Augsburg war lange Zentrum der Ballonfahrt. Im Ballonmuseum Gersthofen bei Augsburg läßt sich noch heute auf den Spuren der Anfänge im Ballonbau wandern. Ein Highlight unter den Ausstellungsstücken ist der Nachbau einer Ballongondel aus dem Jahr 1786.

Aktuell bestehen Planungen des Luft- und Raumfahrtskonzerns Lockheed Martin von Stratosphären-Blimbs, die für militärische Einsätze wie Aufklärungsarbeiten sowie zur geothermischen Untersuchung konzipiert sind.