Der erste wasserlose Gasbehälter

Ohne die Erfindung des wasserlosen Gasbehälters wäre die heutige Gasindustrie mit Konzernen wie eon und RWE, mit enormen Pipelines die sich über den Erdball erstrecken, undenkbar.

Die Zeit der Industrialisierung hat den Energieaufwand in einer Geschwindigkeit in die Höhe getrieben, wie keine andere. Ab 1848 wurde Augsburgs Energiebedarf viele Jahrzehnte mit selbsterzeugtem Stadtgas aus eigenen Gaswerken gedeckt. 1915 löste ein moderneres Werk in Augsburg-Oberhausen die alten ab. In den 70ern und 80ern des 20. Jahrhunderts wurde eine Erdgas-Spaltanlage eingesetzt - zur Umstellung von Stadtgas auf Erdgas. Die komplette Umstellung auf Erdgas war 1978 abgeschlossen.

Um 1875 entstanden etwa zeitgleich in London und Deutschland die ersten Gasbehälter zur Speicherung von brennbaren Gasen - für die schnelle Verfügbarkeit großer Kapazitäten nicht unbedeutend. Bis dahin lediglich als Teleskop-Gasbehälter im doppelwandigen Tauchglockenprinzip gebaut, gibt die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (M.A.N) 1915 eine Antwort auf bisher ungelöste Schwierigkeiten. Der hohe Wasserdruck im Becken und die Doppelwandung hatten eine sehr wuchtige Auslegung der Behälter gefordert. Der 1913 als "Gasbehälter mit einem an der Innenwand des Behälters gleitenden Abschlußkörper" patentierte Scheiben-Gasbehälter war durch sein spezielles Pump und Dichtungssystem hier deutlich vorteilhafter.

Die M.A.N hat den ersten wasserlosen Gasbehälter im Augsburger Gaswerk gebaut. Das größte Exemplar hat der Konzern dreizehn Jahre später in Chicago konstruiert - mit 566.000 m³.