Die ersten lenkbaren Luftschiffe

Augsburg - Komptenzzentrum der Ballonherstellung

Mit der Gründung der Ballonfabrik August Riedinger im Jahr 1897 entwickelte sich Augsburg zum Kompetenzzentrum der Ballonherstellung. Die weltweit ersten lenkbaren Luftschiffe, bekannt unter der Bezeichnung "Parseval-Airships", wurden hier zeitlich deutlich vor den bekannteren starren Zeppelinen als Prall-Luftschiffe konstruiert und gebaut. Die beiden letzten Luftschiffe Parsevals, PL 26 und PL 27, welche zugleich auch die größten Parseval-Luftschiffe waren, wurden nicht mehr als reines Prall-Luftschiff ausgeführt, sondern in einer halbstarren Bauweise gefertigt. Nach dem 1. Weltkrieg entstanden kleinere Kielluftschiffe, welche als Werbeträger und zu Werbefahrten mit sehr geringer Passagieranzahl eingesetzt wurden.

Den größten Erfolg hatten Parseval und sein Kollege Rudolf Hans Bartsch von Sigsfeld jedoch mit ihren Drachenballonen. Drachenballone sind aerodynamisch geformte Fesselballone, die bereits damals bis zu 2.000 m Höhe erreichen konnten. Die erste Fahrt unternahmen sie mit dem in den späteren Augsburger Riedinger Werken gefertigten Drachenballon bereits 1893. Bis 1920 wurden mehr als 4.000 der nicht motorisierten, nicht oder halb-starren Luftschiffe mit einem Füllvolumen von bis zu 1.200 Kubikmetern hergestellt.

Parseval gilt mit diesen Luftfahrzeugen als Schöpfer eines Konstruktionsprinzips, das noch heute in den weltbekannten Blimp-Luftschiffen von Goodyear angewandt wird. Bis heute ist das Unternehmen Riedinger, das sich seit 1932 unter dem Namen BFA See- und Luftfahrtausrüstung auf seine Expertise in HIGH-Tech-Ausrüstung für Luft- und Raumfahrt konzentriert, bei allen relevanten Luftfahrtprojekten mit am Start: Die Pilotenkleidung des Eurofighters EF2000 wurde beispielsweise von der BFA entwickelt.