Revolutionen in der Luftfahrt

Me 209: 30 Jahre Geschwindigkeitsrekord mit Propellerflugzeugen

Die Me 209 wurde unter der offiziellen Bezeichnung Bf 109 R in der Messerschmitt AG von Robert Lusser konstruiert - mit dem Ziel einen neuen absoluten Geschwindigkeitsrekord mit Propellerflugzeugen aufzustellen. Am 26. April 1939 erreichte die Me 209 mit dem Werkspiloten Fritz Wenzel 755,11 km/h. Eine rasante Vorlage, die über 30 Jahre nicht überschritten wurde.

Die aerodynamische Bauweise des Flugzeuges brachte mitunter den entscheidenden Unterschied. Der einsitzige Tiefdecker hatte einen gedrungenen Rumpf mit weit nach hinten versetzter Kabine. Direkt neben dem Pilotensitz befand sich ein kleines Seitenleitwerk, das bis zur Rumpfunterseite als Kiel durchgezogen war, wo der Schleifsporn untergebracht war. Das Flugzeug verfügte über ein breitspuriges, einziehbares Fahrwerk und fuhr seine Temperatur fast ausschließlich über eine Oberflächenkühlung herunter und erreichte so ein Minimum an Widerstand.

Me 163 B Komet: High-Speed mit Raketenantrieb

Das Kraftei, die Me 163 ist eine Entwicklung von Dr. Alexander Lippisch. Sein Projekt, die Konstruktion eines schwanzlosen, durch Flüssigkeits-Raketen getriebenen Flugzeugs, hat er in der Messerschmitt AG umgesetzt. Mit einem 750 kp schubstarken Raketenmotor von Hellmuth Walter wurde bereits beim vierten Flug einer Me 163 der Geschwindigkeitsweltrekord von 1.002 km/h aufgestellt.

Der von Walter weiterentwickelte Raketenantrieb, mit dem die Me 163 B später ausgestattet wurde, brachte eine Schubleistung von 1.500 kp - durch wesentlich erhöhte Arbeitstemperatur mit T- und C-Stoffen.

Die 1-Piloten-Maschine Me 163 B ist das Vorbild für moderne Rekordflugzeuge. Ihre Besonderheiten sind das abwerfbare Zweirad-Fahrwerk - die Landung erfolgte auf einer ausgefahrenen Kufe, der Flüssigkeits-Raketenmotor, das Seitenleitwerk als einziges Leitwerk und der zweiteilige Holzaufbau mit durchgehender Beplankung.

Ende des zweiten Weltkrieges sind die Komet-Jäger in US-amerikanische Hände gefallen. Sie gelten als konzeptionelle Vorläufer der legendären US-X-Series- zu denen die BELL X-1 bis X-1 mit 7-facher Schallgeschwindigkeit und der Space Shuttle, Mutter der heutigen modernen Raumfahrt gehören. Neil Armstrong hätte ohne die Pionierleistung des Krafteis den Mond nie betreten und auch Church Yeager wäre heute ein unbekannter Name.

Erstes serienfertiges Turbinenstrahlflugzeug: Me 262

Die Me 262 hat die Luftfahrt revolutioniert - als erstes Flugzeug mit serienmäßigen Strahltriebwerken. Die erste Me 262, die mit einem Strahltriebwerk angetrieben wurde, startete am 18. Juli 1942 in Leipheim. Sie wurde in der Messerschmitt AG in Augsburg gefertigt und begründete die industrialisierte Produktion des Strahlflugzeugbaus.

Die Me 262 wurde weltweit fortentwickelt: Die US-amerikanische Sabre - F 68 ist beispielsweise eine Nachfolgerin. Mit der Weiterentwicklung des Starfighters kam das von Messerschmitt gegründete Konzept wieder zurück nach Deutschland. Die deutsche Luftfahrt ist mit der Airbus Group (ehem. EADS, European Aeronautic Defence and Space Company) - zweitgrößter Luft- und Raumfahrtkonzern weltweit - Basis für die EU-Luftfahrt wie Airbus Luftfahrt. So wurden z.B. die Tragflächen und andere Komponenten der A 380 sowie Komponenten des modernen Tornados und Eurofighters auf der Grundlage des Konzepts der Me 262 gebaut.