Jakob Fugger
6. März 1459 (Augsburg) bis 30. Dezember 1525 (Augsburg)

Groß und wohlhabend war die Familie, aus der Jakob Fugger, später der Reiche genannt, als zehntes von elf Kindern erwuchs, schon vor seinem einflussreichen Leben. Doch der Wirkungsumfang des Kaufmanns, in der Mitte des vergangenen Jahrtausends in Europa, trägt Ausmaße, die ihres gleichen vergeblich suchen. Jakob Fugger ist die bekannteste Persönlichkeit in Verbindung mit Augsburg.

Die geistliche Laufbahn unterbrochen, erreichte Fugger im Laufe seines Lebens enormen politischen Einfluss, hielt enge Beziehung zu Klerus und Hochadel - die Medici waren unter ihnen, knüpfte bereits damals ein dichtes Netz nationaler und internationaler Beziehungen, handelte teure Gewürze aus Indien und Gold, unterhielt Silber-, Kupfer- und Salzbergwerke in Kärnten, Ungarn, Tirol und Spanien, besaß schließlich auch das Kupfermonopol und vergrößerte das Familienvermögen von rund 54.000 auf ca. 2 Millionen Gulden. Ließe sich dieses Vermögen umrechnen und 500 Jahre übertragen, wäre die Rede von einer Billion Euro, oder dem Wert der drei größten Konzerne der Erde. Das weltweite Unternehmen Fugger reichte von Osteuropa bis weit in den amerikanischen Kontinent.

Jakob Fugger hat die Sachkonten erfunden und in die moderne Doppelte Buchführung eingeführt, die heute noch Grundlage für jede Rechnungslegung ist. Um Ordnung in den unzähligen Aktivitäten seines Unternehmens zu halten importierte er die Buchführung, die er als junger Mann von den Kaufleuten in Venedig erlernt hatte, nach Augsburg und erweiterte sie um detaillierte Vermögensgegenstände.

Die Fugger-Bank wurde unter Jakob II. zum größten Bankhaus in Europa, unter anderem verwaltete er die deutschen Einkünfte keines geringeren als des Papstes in Rom. Europäische Fürsten, Kaiser Maximilian I., sie alle bezogen Augsburger Darlehen.

Fugger wusste früh die Vorläufer der Telegraphie zu nutzen. Für seine weitreichenden Geschäfte entwickelte er ein schnelles und fein verknüpftes Kommunikationssystem, seine Informanten waren zahlreich und über ganz Europa verteilt. Nachrichten fanden in einem Tag ihren Weg von Italien nach Augsburg. Überlieferungen zufolge sollen seine Botschaften, per Spiegel weitergetragen, buchstäblich Lichtgeschwindigkeit erreicht haben.

Mit den Wohnungen in der Fuggerei, die noch heute im Sinne Jakob II. existieren, führte der Augsburger das Sozialsiedlungswesen ein. Sein Zutun für kulturelle Innovationen reichte aber noch weiter. Denn Fugger pflegte mit dem Bau der Fuggerkapelle Sankt Anna auch das Mäzenatentum. Fuggers Erben trugen außerdem mit der über Generationen gewachsenen Familienbibliothek zu einem stattlichen Teil des heutigen Bestands in der Bayerischen Staatsbibliothek in München bei.