Rudolf Diesel
18. März 1858 (Paris) bis 29. September 1913 (Ärmelkanal)

Überflieger, Visionär, hochtalentierter und -ambitionierter Ingenieur und einer der bedeutendsten Erfinder seiner Zeit. Der Erfinder des Dieselmotors hat die industrielle Revolution, die ihren Beginn in der Dampfmaschine hatte, vorangetrieben, wie kein anderer. Noch heute ist der Dieselmotor ungeschlagen - die energieeffizienteste Verbrennungsmaschine weltweit. Im Straßenverkehr, in der Schiffahrt, im Eisenbahnverkehr und in zahlreichen weiteren Industriezweigen bringen Dieselmotoren heute Antriebsleistungen von 1 kW bis 50.000 kW. Ihr Potential ist noch lange nicht erschöpft, sie werden laufend weiterentwickelt: Ein Beispiel ist der von MAN Augsburg 2005 patentierte, erste Gas-Dieselmotor.

Mit seinem Motor setzte Diesel die Dampfmaschine ins Aus, die mit ihrem enormen Kohleverbrauch einen wesentlich ineffizienteren Wirkungsgrad besaß. Diesels Weitblick sah auch die Verwendung von Bio-Kraftstoffen voraus: "Der Gebrauch von Pflanzenöl als Kraftstoff mag heute noch unbedeutend sein. Aber derartige Produkte können im Lauf der Zeit ebenso wichtig werden wie Petroleum und diese Kohle-Teer-Produkte von heute."

Diesel war ein exzellenter Schüler, der 1870 mit 12 Jahren seine erste Auszeichnung für hervorragende Leistungen erhielt. Im selben Jahr reiste Diesel von Paris über London nach Augsburg, wo er von seinem Onkel Professor Barnickel protegiert wurde. In Augsburg wurden die Weichen für seine Ingenieurlaufbahn gestellt. Die technische Begeisterung des jungen Diesel war grenzenlos. Gewerbeschule, Industrieschule, Ingenieursstudium an der Technischen Hochschule in München, wo unter anderem Professor Carl von Linde dozierte - überall schloss er als Jahrgangsbester ab.

1881 meldete der damals 23-Jährige Diesel sein erstes Patent an, auf ein Verfahren zur Herstellung von Klareis in Flaschen - als Direktor in der Lindeschen Eisfabrik in Paris. Erst ein Jahr zuvor war er dort zur Gründung als Volontär eingestiegen. Bis 1893 arbeitete Diesel in Paris, Belgien und zuletzt in Berlin bei Linde. Sein Hauptprojekt, die Umsetzung des Dieselmotors, kam erst danach ins Rollen: in der Maschinenfabrik Augsburg mit finanzieller Beteiligung von Friedrich Krupp.

1898 gründete der Erfinder die Dieselmotorenfabrik Augsburg. Ihr treuester Kunde war der damals größte Bierbrauer Amerikas Adolphus Busch, der seine Fabriken mit dem Motor angetrieben hat. Doch weitere Firmengründungen, abgetretene Lizenzen und ungeschicktes Investment führten dazu, dass die Dieselfabrik in Augsburg 1911 aufgelöst werden musste, während bereits Lizenznehmer weltweit mit der Erfindung Rudolf Diesels horrende Gewinne einfuhren.