Willy Messerschmitt
26. Juni 1898 (Frankfurt am Main) bis 15. September 1978 (München)

Wilhelm Emil Messerschmitt ist ein Pionier in der Luftfahrt, der früh mit seinem Erfindergeist auffiel. Die Vita des Flugzeugingenieurs ist gespickt von Rekorden: Seine ME 209 stellte mit dem Piloten Fritz Wendel den absoluten Geschwindigkeitsrekord von 755,11 km/h für Propellerflugzeuge auf und hielt ihn 30 Jahre lang, seine in Augsburg gefertigte ME 262 ist das erste seriengefertigte Turbinenstrahlflugzeug, seine ME 163 B "Komet", die in Augsburg zum ersten Mal erfolgreich geflogen worden ist, ist und bleibt der gedankliche Vorläufer aller US-Rekordflugzeuge.

In direktem Anschluss an sein Ingenieurstudium an der Technischen Universität München (1918 bis 1923) schuf Messerschmitt seiner Passion zur Flugzeugtechnik den geeigneten Rahmen und gründete noch im Abschlussjahr sein eigenes Unternehmen: die Messerschmitt Flugzeugbau GmbH in Bamberg. Der Beginn einer steilen Karriere im Flugzeugbau. Segelflugzeuge, das Sportflugzeug M 17 und das motorisierte Verkehrsflugzeug M 18 wurden dort entwickelt und gefertigt.

Ab 1927 kooperierte Wilhelm Messerschmitt mit der Bayrischen Flugzeugwerke AG in Augsburg, in deren Vorstand er 1928 schon berufen wurde. Sein Potential wurde nicht verkannt. Er wurde Betriebsführer und Chefkonstrukteur. Auch die Forschung profitierte von Messerschmitts Innovationsgeist. Die Technische Hochschule in München erteilte ihm ab 1930 einen Lehrauftrag.

Die Weltwirtschaftskrise bedingte den Konkurs der Augsburger Bayrischen Flugzeugwerke AG. Messerschmitts Antwort darauf: die Umwandlung des Unternehmens in die Messerschmitt AG.

Auch die weltweite Luftfahrt hat von Messerschmitts Fachkompetenz profitiert. Ab 1955 baute der Erfinder Flugzeuge für die deutsche Luftwaffe und die NATO.

Der Messerschmitt-Kabinenroller machte in den 1950er und 1960er Jahren seriengefertigt Furore. Der spritzige 13,5 PS Kleinwagen KR Super 200 hat 25 mit seinem Konstrukteur und Fahrer Fritz Fend 25 Weltrekorde aufgestellt - 1955 den Geschwindigkeitsrekord mit 138 km/h. Das originale Rekordfahrzeug ist Ausstellungsstück im Deutschen Museum.

1968 fusionierte die Messerschmitt AG mit der Bölkow-Gruppe und kurz darauf mit der Luftfahrtabteilung des Hamburger Konzerns Blohm (HFB) zur Messerschmitt-Bölkow-Blohm-Gruppe (MBB), in der Messerschmitt Teilhaber blieb. Hier plante er unter anderem den Senkrechtstarter EWB VJ 101. MBB ging 1989 in die Daimler-Benz-Tochter Aerospace (DASA) ein. 2000 sind die ehemaligen Messerschmitt-Anteile in den Europäischen Luft- und Raumfahrtskonzern (Airbus Group, ehem. EADS) geflossen.