Nachhaltigkeit ist kein Thema – sondern eine Selbstverständlichkeit. Über diesen Satz lässt sich weidlich diskutieren. Auf der einen Seite könnte man hören: Den Begriff Nachhaltigkeit kann man schon bald nicht mehr hören, der Begriff ist hohl, unkonkret. Nachhaltigkeit droht zu einem Wettbewerbsnachteil für Unternehmen zu werden, kann Arbeitsplätze bedrohen. Andererseits werden sicherlich viele Menschen diesem Satz ein Ausrufezeichen hintanstellen, um das Wort Selbstverständlichkeit noch zu betonen. Sie würden vielleicht sogar sagen: „Nachhaltigkeit ist ein Muss“, im Hinblick auf den globalen Ressourcenverbrauch, auf die Arbeitsbedingungen im weltweiten Maßstab, generell im Umgang mit Ökologie, Ökonomie und der sozialen Dimension, für Unternehmen oft die Mitarbeiter, auch hier vor Ort im Wirtschaftsraum Augsburg.

 

Um eine Brücke zwischen den divergierenden Positionen zu bauen: Nachhaltigkeit beinhaltet sicherlich Risiken, wenn man die falschen Wege, gerade in der Ökonomie, wählt. Aber allen ist auch bewusst, dass Nachhaltigkeit unter Umständen gerade dann existentielle Risiken beinhaltet, wenn man sich ihren Herausforderungen langfristig gänzlich verweigert. Alle, ob Unternehmen, Verbraucher, Bürger, Wissenschaftler und Forscher müssen sich mit vielen Facetten, die letztlich die Vielfalt der Nachhaltigkeit ausmachen, auseinandersetzen: Ressourcen-, Energie- und Materialeffizienz, Müllvermeidung, Recycling, fairer Handel, faire globale Lieferketten, Menschenrechte, gute Arbeit, …

 

Der Wirtschaftsraum Augsburg ist in vielen Belangen schon spitze im Bereich der Nachhaltigkeit. Die Auszeichnungen etwa der Stadt Augsburg als nachhaltigste Großstadt, oder auch vieler Unternehmen, ganz gleich ob für ihr Engagement in betrieblicher Personalpolitik oder im Bereich der Ökologie oder für ihre Verantwortlichkeit bei globalen Lieferketten, aber auch viele einzelne Initiativen etwa der Agenda 21 oder im Bereich regionale Produkte zeigen die breite Basis, die das Thema Nachhaltigkeit in der Region Augsburg besitzt. Unternehmernetzwerke wie KUMAS und sogar die Wirtschaftsförderung nehmen sich des Themenspektrums unter den verschiedensten Blickwinkeln wie Ressourceneffizienz, nachhaltiges Wirtschaften oder Corporate Social Responsibility, unternehmerischer Verantwortung für die Region, an. Dies war für uns als regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Anlass, das Thema Nachhaltigkeit und insbesondere nachhaltiges Wirtschaften 2017 in der Kommunikation heraus zu heben und eigentlich nur beispielhaft anhand mehrerer Veranstaltungen im Herbst dieses Jahres zu zeigen, welche Fülle von Angeboten, Aktivitäten und Engagements die Region Augsburg besitzt.

 

Wir präsentieren in den Wochen der Nachhaltigkeit zahlreiche Veranstaltungen unserer Partner aus und in der Region Augsburg und freuen uns, wenn diese umso mehr Teilnehmer erhalten, als sie nun im Kontext der Wochen der Nachhaltigkeit stattfinden. Und wir selbst führen am 24. Oktober 2017 ein großes Nachhaltigkeitsevent mit Workshops und einer öffentlichen Abendveranstaltung statt, bei der wir uns mit global verantwortlichen Lieferketten auseinandersetzen, ein Thema für Unternehmen, aber auch für alle interessierten Bürger, die wissen wollen, wie Unternehmen ihre Verantwortung in ihren geschäftlichen Verbindungen und mit Zulieferern weltweit wahrnehmen. Wir freuen uns, wenn Sie viele Veranstaltungen der Wochen der Nachhaltigkeit als Gäste besuchen, denn dies wäre ein großer Anreiz für uns und unsere Partner, dieses Format auch in Zukunft fortzuführen. Ich wünsche Ihnen viele spannende Erkenntnisse und wichtige Impulse auch für Ihr Handeln als Unternehmer, als Wissenschaftler, als Bürger nicht nur in der und für die Region Augsburg, sondern letztlich durchaus in globaler Verantwortung. 

 

Andreas Thiel, 

Geschäftsführer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH