KI-Kompetenz als Resilienzfaktor
Unternehmen müssen Orientierung schaffen
„Wir müssen jetzt was mit KI machen.“ Dieser Satz fällt derzeit in vielen Unternehmen. Doch entscheidend ist nicht, möglichst schnell neue Anwendungen einzuführen. Entscheidend ist, ob Beschäftigte und Organisationen dadurch handlungsfähiger werden.
Darum ging es beim 90-minütigen Online-Impuls des Resilienznetzwerks A³ zum Thema „Mitarbeitende auf dem Weg zur KI-gestützten Resilienz begleiten“. Frank Stadler, Geschäftsführer der KIVOREX GmbH, zeigte, wie KI zum Resilienzfaktor werden kann, welche Kompetenzen Beschäftigte benötigen und welche Verantwortung Führung übernimmt.
Resilienz heißt: handlungsfähig bleiben
Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, unter Druck handlungsfähig zu bleiben und anschließend besser aufgestellt zu sein als zuvor. Für Beschäftigte bedeutet das: Bleibe ich arbeitsfähig, wenn sich mein Job verändert? Für Teams stellt sich die Frage, ob die Arbeit auch beim Ausfall einzelner Personen weiterläuft. Unternehmen wiederum müssen Veränderungen frühzeitig erkennen und darauf reagieren können.
KI kann diese Handlungsfähigkeit stärken. Wissen wird leichter zugänglich und bleibt nicht nur in einzelnen Köpfen oder Ablagen gespeichert. Routinetätigkeiten lassen sich reduzieren, Reaktionszeiten verkürzen und neue Mitarbeitende schneller einarbeiten. So entstehen Freiräume für Aufgaben, bei denen Erfahrung, Kommunikation und fachliche Einordnung gefragt sind.
Für Beschäftigte wird KI-Kompetenz damit zu einem wichtigen Faktor für den eigenen Marktwert. Dabei geht es nicht nur um die Bedienung eines Werkzeugs. Entscheidend ist, geeignete Einsatzmöglichkeiten zu erkennen, Ergebnisse kritisch zu prüfen und die Grenzen der Anwendungen zu kennen.
KI kann auch neue Risiken schaffen
Dieselbe Technologie kann Unternehmen jedoch fragiler machen. Dazu gehören Schatten-KI, Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern und ein schleichender Kompetenzverlust. Wer KI-Ergebnisse nur noch übernimmt, ohne sie zu prüfen, verliert langfristig eigenes Fachwissen. Auch schnelle, aber falsche Ergebnisse können hohe Kosten verursachen.
Die vorgestellten Zahlen zeigen, dass KI vielfach bereits ohne klare betriebliche Regeln genutzt wird. Nur 29 Prozent der befragten Unternehmen konnten ausschließen, dass private KI-Tools zum Einsatz kommen. Gleichzeitig gaben 47,8 Prozent der Beschäftigten an, beruflich nicht vom Arbeitgeber bereitgestellte KI-Werkzeuge zu nutzen. Nur 45,2 Prozent kannten klare Regeln.
Ein pauschales Verbot löst dieses Problem nicht. Es kann die Nutzung vielmehr auf private Geräte oder nicht einsehbare Kanäle verlagern. Sinnvoller sind verständliche Leitplanken: Welche Werkzeuge sind erlaubt? Welche Daten dürfen eingegeben werden? Was ist ausgeschlossen? Und an wen können sich Beschäftigte bei Fragen wenden?
Kompetenz entsteht durch Praxis
Beschäftigte können ihre KI-Kompetenz auch selbst weiterentwickeln. Eine wiederkehrende Aufgabe lässt sich beispielsweise einmal mit und einmal ohne KI bearbeiten. Der Vergleich zeigt, wo die Anwendung tatsächlich unterstützt und wo zusätzliche Kontrolle notwendig ist.
Hilfreich ist zudem, jedes Ergebnis zunächst bewusst anzuzweifeln und Erfahrungen im Team zu teilen – auch dann, wenn ein Versuch nicht funktioniert hat. KI-Kompetenz entsteht durch Ausprobieren, Vergleichen und Prüfen, nicht allein durch Zuhören.
Unternehmen sollten deshalb nicht auf eine einmalige Schulung für alle setzen. Unterschiedliche Rollen benötigen unterschiedliche Kenntnisse. Sachbearbeitung, Fachbereiche und Geschäftsführung arbeiten mit anderen Aufgaben und Risiken. Lernzeit muss sichtbar erlaubt und in den Arbeitsalltag integriert werden.
Führung kann diese Verantwortung nicht delegieren. Sie muss Orientierung geben, Lernräume schaffen und einen offenen Umgang mit Fragen und Fehlern ermöglichen.
Das Fazit des Impulses: Resilienz entsteht nicht durch mehr Technologie, sondern durch mehr Handlungsfähigkeit. KI kann dazu beitragen. Den Unterschied macht, wie Unternehmen sie einführen.
Über das Resilienznetzwerk A³
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „GERN – Resilienznetz A³: Gemeinwohl, Engagement, Resilienz und Nachhaltigkeit im Netzwerk“ statt. Das Resilienznetzwerk A³ unterstützt Unternehmen dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und sich krisenfest aufzustellen.
Das Projekt wird von der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH gemeinsam mit nunc sustainability consulting umgesetzt. Es wird im Rahmen des Programms „Nachhaltig Wirken“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
„Wir müssen jetzt was mit KI machen.“ Dieser Satz fällt derzeit in vielen Unternehmen. Doch entscheidend ist nicht, möglichst schnell neue Anwendungen einzuführen. Entscheidend ist, ob Beschäftigte und Organisationen dadurch handlungsfähiger werden.
Darum ging es beim 90-minütigen Online-Impuls des Resilienznetzwerks A³ zum Thema „Mitarbeitende auf dem Weg zur KI-gestützten Resilienz begleiten“. Frank Stadler, Geschäftsführer der KIVOREX GmbH, zeigte, wie KI zum Resilienzfaktor werden kann, welche Kompetenzen Beschäftigte benötigen und welche Verantwortung Führung übernimmt.
Resilienz heißt: handlungsfähig bleiben
Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, unter Druck handlungsfähig zu bleiben und anschließend besser aufgestellt zu sein als zuvor. Für Beschäftigte bedeutet das: Bleibe ich arbeitsfähig, wenn sich mein Job verändert? Für Teams stellt sich die Frage, ob die Arbeit auch beim Ausfall einzelner Personen weiterläuft. Unternehmen wiederum müssen Veränderungen frühzeitig erkennen und darauf reagieren können.
KI kann diese Handlungsfähigkeit stärken. Wissen wird leichter zugänglich und bleibt nicht nur in einzelnen Köpfen oder Ablagen gespeichert. Routinetätigkeiten lassen sich reduzieren, Reaktionszeiten verkürzen und neue Mitarbeitende schneller einarbeiten. So entstehen Freiräume für Aufgaben, bei denen Erfahrung, Kommunikation und fachliche Einordnung gefragt sind.
Für Beschäftigte wird KI-Kompetenz damit zu einem wichtigen Faktor für den eigenen Marktwert. Dabei geht es nicht nur um die Bedienung eines Werkzeugs. Entscheidend ist, geeignete Einsatzmöglichkeiten zu erkennen, Ergebnisse kritisch zu prüfen und die Grenzen der Anwendungen zu kennen.
KI kann auch neue Risiken schaffen
Dieselbe Technologie kann Unternehmen jedoch fragiler machen. Dazu gehören Schatten-KI, Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern und ein schleichender Kompetenzverlust. Wer KI-Ergebnisse nur noch übernimmt, ohne sie zu prüfen, verliert langfristig eigenes Fachwissen. Auch schnelle, aber falsche Ergebnisse können hohe Kosten verursachen.
Die vorgestellten Zahlen zeigen, dass KI vielfach bereits ohne klare betriebliche Regeln genutzt wird. Nur 29 Prozent der befragten Unternehmen konnten ausschließen, dass private KI-Tools zum Einsatz kommen. Gleichzeitig gaben 47,8 Prozent der Beschäftigten an, beruflich nicht vom Arbeitgeber bereitgestellte KI-Werkzeuge zu nutzen. Nur 45,2 Prozent kannten klare Regeln.
Ein pauschales Verbot löst dieses Problem nicht. Es kann die Nutzung vielmehr auf private Geräte oder nicht einsehbare Kanäle verlagern. Sinnvoller sind verständliche Leitplanken: Welche Werkzeuge sind erlaubt? Welche Daten dürfen eingegeben werden? Was ist ausgeschlossen? Und an wen können sich Beschäftigte bei Fragen wenden?
Kompetenz entsteht durch Praxis
Beschäftigte können ihre KI-Kompetenz auch selbst weiterentwickeln. Eine wiederkehrende Aufgabe lässt sich beispielsweise einmal mit und einmal ohne KI bearbeiten. Der Vergleich zeigt, wo die Anwendung tatsächlich unterstützt und wo zusätzliche Kontrolle notwendig ist.
Hilfreich ist zudem, jedes Ergebnis zunächst bewusst anzuzweifeln und Erfahrungen im Team zu teilen – auch dann, wenn ein Versuch nicht funktioniert hat. KI-Kompetenz entsteht durch Ausprobieren, Vergleichen und Prüfen, nicht allein durch Zuhören.
Unternehmen sollten deshalb nicht auf eine einmalige Schulung für alle setzen. Unterschiedliche Rollen benötigen unterschiedliche Kenntnisse. Sachbearbeitung, Fachbereiche und Geschäftsführung arbeiten mit anderen Aufgaben und Risiken. Lernzeit muss sichtbar erlaubt und in den Arbeitsalltag integriert werden.
Führung kann diese Verantwortung nicht delegieren. Sie muss Orientierung geben, Lernräume schaffen und einen offenen Umgang mit Fragen und Fehlern ermöglichen.
Das Fazit des Impulses: Resilienz entsteht nicht durch mehr Technologie, sondern durch mehr Handlungsfähigkeit. KI kann dazu beitragen. Den Unterschied macht, wie Unternehmen sie einführen.
Über das Resilienznetzwerk A³
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „GERN – Resilienznetz A³: Gemeinwohl, Engagement, Resilienz und Nachhaltigkeit im Netzwerk“ statt. Das Resilienznetzwerk A³ unterstützt Unternehmen dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und sich krisenfest aufzustellen.
Das Projekt wird von der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH gemeinsam mit nunc sustainability consulting umgesetzt. Es wird im Rahmen des Programms „Nachhaltig Wirken“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Quick Learnings
- KI macht ein Unternehmen nicht automatisch resilienter. Schlecht eingeführt macht sie es brüchiger.
- Arbeitsmarktrelevant bleibt, wer Ergebnisse beurteilen kann - nicht wer Werkzeuge bedienen kann.
- Schatten-KI ist ein Führungssignal, kein Disziplinproblem. Verbote verlagern sie nur.
- Die Frage, wem die gesparte Zeit gehört, entscheidet über die Akzeptanz im Betrieb.
- Der erste Schritt ist eine schriftliche Regel, was erlaubt ist. Keine KI-Strategie.