Standort mit Perspektive Die Zukunft von innerstädtischen Handelsimmobilien

Das veränderte Einkaufs- und Konsumverhalten trifft auch die Immobilien in der Augsburger Innenstadt. Eigentümerinnen und Eigentümer sind hier stärker gefragt denn je: Wie werden die Innenstädte zukünftig aussehen und welche Nutzungen werden dort dominieren? Während jahrzehntelang „Einkaufen“ das Hauptmotiv für einen Innenstadtbesuch war, bestätigen Statistiken und das Aussehen der Augsburger Innenstadt: Die Besuchsgründe werden immer vielfältiger und bewegen sich zunehmend weg vom Einzelhandel – eine Veränderung, die nicht überrascht, aber besonders für Immobilieneigentümerinnen und -Eigentümer viele Fragen aufwirft.

Gastbeitrag von: Stephan Mayr, Stadt Augsburg

Gewandelte Mieterstruktur

Viele bekannte Nutzungen wie Wohnen, Arbeiten, Ärzte, Behörden, Dienstleistungen, aber vor allem auch freizeitorientierte Nutzungen und Erlebnisse, wie Gastronomie, Kultur oder das Treffen von Freunden oder Bekannten, prägen bekanntermaßen die Innenstadt und gewinnen im Zuge des Strukturwandels zunehmend an Bedeutung. Ein Einkauf wird dann häufig nebenbei noch mit erledigt. In den Haupteinkaufslagen wird der Einzelhandel besonders auch in Zukunft noch eine wichtige Rolle spielen – wenn auch in veränderter Form. Trends werden immer kurzlebiger und überholen sich sehr schnell, weshalb Mietverträge oft nur noch für drei bis fünf Jahre unterzeichnet und Ausstiegsoptionen sowie gestaffelte oder umsatzabhängige Mieten zunehmend zum Normalfall werden. Dies führt allgemein zu einer höheren Fluktuation, die immer wieder mit Leerstandsphasen einhergehen kann. Um Leerstände erfolgreich überbrücken zu können, haben sich Pop-up-Stores als bewährte Möglichkeit erwiesen, die Flächen zwischen einem Mieterwechsel oder in der Planungs- und Vorbereitungsphase für einen Umbau sinnvoll zu nutzen. Gleichzeitig bieten diese Flächen die Möglichkeit für Unternehmen, ein Konzept oder eine Innenstadtlage für eine begrenzte Zeit zu testen oder auf ein besonderes Angebot aufmerksam zu machen. Außerdem bieten diese Nutzungen den Besucherinnen und Besuchern eine willkommene Abwechslung zu den bekannten Angeboten.

Trends gemeinsam identifizieren und gestalten

Zahlreiche bekannte Handelsketten gerieten zuletzt immer mehr in Bedrängnis und haben die Filialdichte deutschlandweit deutlich reduziert. Die sinkende Flächennachfrage von zahlungskräftigen Großkonzernen führte jedoch auch zwangsläufig zu einem spürbaren Mietpreisrückgang für Handelsimmobilien von circa 20 bis 25 Prozent in der Augsburger Innenstadt in den letzten fünf Jahren. Daraus ergaben sich neue Chancen für kleine inhabergeführte Konzepte, die sich die Top-Lagen bislang nicht leisten konnten, die für die Individualität und Abgrenzung der Einkaufsinnenstadt gegenüber dem Onlinehandel aber enorm wichtig sind. Während die Nachfrage nach gut geschnittenen kleinen Ladenflächen in zentralen Lagen nach wie vor sehr groß ist, lassen sich große und mehrgeschossige Flächen oftmals nur schwer mit neuen Handelsformaten nachvermieten. Häufig sind von Seiten der Eigentümerinnen und Eigentümer bauliche Maßnahmen notwendig, um die Immobilie zukunftsfähig aufzustellen. Aufgrund der Lage verfügen die Immobilien in der Regel über eine hohe Werthaltigkeit, weshalb eine Umnutzung (zum Beispiel von Einzelhandel in Gastronomie) oder eine bauliche Neustrukturierung der Fläche beziehungsweise ein Aufsplitten in verschiedene Nutzungsarten häufig eine wirtschaftlich interessante und zukunftsfähige Alternative ist.

Zukunftsfähige gestaltung der Innenstadt

Egal ob Stadt, Wirtschaft, Immobilieneigentümerinnen und -Eigentümer sowie Besucherinnen und Besucher – alle streben gemeinsam nach demselben Ziel: eine möglichst attraktive und belebte Innenstadt. Mit dem „Immobiliendialog Innenstadt“ startete die Wirtschaftsförderung Stadt Augsburg ein neues Format als neue Austausch- und Netzwerkplattform zwischen den betreffenden Akteursgruppen. Die Zeit nach Corona zeigt, die Menschen gehen gerne in die Innenstadt. Das bringt Potenzial und Planungssicherheit für Zukunftsinvestitionen. Um diese Chancen bestmöglich zu nutzen, sind stärker denn je Kooperationen im Ökosystem Innenstadt wichtig. Die in Kürze beginnende Neugestaltung der Karolinenstraße ist hierfür ein gelungenes Beispiel. Parallel zum öffentlichen Raum werden gleichzeitig mehrere private Gebäude saniert beziehungsweise neu gebaut.

Quellverweis

Erschienen in:

Augsburger Allgemeine Zeitung, AZ-Immobörse, https://www.augsburger-allgemeine.de, am 22.07.2023

Autor:

Der Autor, Stephan Mayr, ist bei der Stadt Augsburg im Bereich Wirtschaftsförderung tätig. Dort hat er die Teamleitung inne bei der Standortberatung Einzelhandel, Innenstadt und Stadtteilentwicklung.

Erschienen in:

Augsburger Allgemeine Zeitung, AZ-Immobörse, https://www.augsburger-allgemeine.de, am 22.07.2023

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Der Autor, Stephan Mayr, ist bei der Stadt Augsburg im Bereich Wirtschaftsförderung tätig. Dort hat er die Teamleitung inne bei der Standortberatung Einzelhandel, Innenstadt und Stadtteilentwicklung.

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