Veröffentlicht am 22. Juli 2026
Pressemitteilung 22.07.2026 – Paul-Klee-Gymnasium zeigt: Erfolgreicher Holzbau beginnt lange vor der Baustelle
„Architektur trifft Holz“ gibt Einblicke in Planung und Ausführung komplexer Holz-Hybridbauten
Wie lassen sich große öffentliche Bildungsbauten erfolgreich in Holzbauweise realisieren? Dieser Frage widmete sich Mitte Juli die Fachveranstaltung „Architektur trifft Holz“ des Netzwerks Holzbau A³ am Paul-Klee-Gymnasium in Gersthofen. Der 2024 fertiggestellte Schulcampus bot den Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in Tragwerksplanung, Arbeitsvorbereitung und Ausführung sowie in das dahinterstehende Bildungskonzept.
Der Neubau des fünfzügigen Gymnasiums ist die bislang größte Schulbaumaßnahme des Landkreises Augsburg. Der Campus umfasst ein dreigliedriges Schulgebäude mit 47 Klassenzimmern, offenen Lernlandschaften, Mensa, Dreifachsporthalle und Tiefgarage. Die Hauptnutzfläche beträgt rund 8.800 Quadratmeter. Während Untergeschoss und einzelne Bauteile in Stahlbeton ausgeführt wurden, entstand der überwiegende Teil in Holzbauweise. Eine zentrale Erkenntnis der Veranstaltung: Bei anspruchsvollen Holzbauprojekten entscheidet sich der Erfolg bereits früh. Tragwerk, Materialien, Brandschutz, Bauphysik und Montage müssen eng aufeinander abgestimmt werden.
Früh planen, präzise abstimmen
Das Projekt wurde in Holz-Hybridbauweise realisiert: Tiefgarage, Untergeschoss und Teile des Erdgeschosses bestehen aus Stahlbeton, die Obergeschosse aus einer Holzskelettkonstruktion. Die Außenwände wurden in Holztafelbauweise, die Decken als Holz-Beton-Verbunddecken mit Akustikfräsung ausgeführt. Bei Spannweiten von bis zu 8,40 Metern war insbesondere das Schwingungsverhalten der Decken zu berücksichtigen. Ergänzt wird der Campus durch die Dreifachsporthalle, die über das Untergeschoss bzw. die Tiefgarage mit dem Schulgebäude verbunden ist. Diese hat eine Spannweite von bis zu 30 Metern, berichtete Dominik Heitzmann von PIRMIN JUNG in seinem Fachvortrag.
Produktorientierte Planung als Schlüssel zum Erfolg
Stefan Weggler hob in seinem Beitrag zur Arbeitsvorbereitung hervor, wie wichtig die produktorientierte Planung sei, dies habe im Paul-Klee-Gymnasium hervorragend funktioniert. Im vorgefertigten Holzbau müssen Anschlüsse, Öffnungen, Leitungsführungen und Montagereihenfolgen früh und präzise feststehen. Die Ausführungsplanung wird damit zur zentralen Schnittstelle zwischen Architektur, Fachplanung, Arbeitsvorbereitung und Produktion.
Witterungsschutz mitdenken
Auch Transport, Lagerung, Montage und Schutzmaßnahmen müssen gemeinsam geplant werden. Witterung und Baufeuchte beeinflussen bei großen Holzbauvorhaben Ausführungsqualität und Bauablauf. Heinz Thurik von ZÜBLIN machte in seinem Beitrag darauf aufmerksam, wie wichtig es sei, die intensive Planungsphase beim Holzbau im Blick und die Baustellenlogistik im Griff zu haben. Vorfertigung im Werk und Montage auf der Baustelle vereinfachen die Abläufe. ZÜBLIN Timber übernahm beim Schulgebäude unter anderem Werkstattplanung, Herstellung, Lieferung und Montage der Holzelemente. Hierbei wurden circa 2.250 Kubikmeter Holz verbaut (was 50 LKW-Ladungen Holz entspricht).
Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor
Das Projekt zeigt, dass große Holz-Hybridbauten durch das enge Zusammenspiel von Bauherrschaft, Architektur, Fachplanung, Arbeitsvorbereitung, Produktion und Montage umso erfolgreicher werden. Genau diese Schnittstellen greift die Veranstaltungsreihe „Architektur trifft Holz“ auf. „Es freut mich, dass der Landkreis Augsburg mit dem Paul-Klee-Gymnasium in Gersthofen zeigt, dass nachhaltiges Bauen, hohe architektonische Qualität und die Anforderungen eines modernen Schulgebäudes zusammenpassen. Entscheidend für den Projekterfolg war die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten von der frühen Planung bis zur Ausführung“, so Stefan Buck, Zweiter Bürgermeister der Stadt Gersthofen.
Der Campus verbindet Holz-Hybridbauweise mit einem zeitgemäßen pädagogischen Konzept. Lernlandschaften, flexible Unterrichtsflächen, Grundwasserwärmepumpe und Photovoltaikanlage prägen das Gebäude. Der OStD und Schulleiter Christian Engel hob in seiner Rede hervor, welche Rolle die Raumkonzeption auf die Anforderungen an zukünftige Schlüsselqualifikationen der Schülerinnen und Schüler habe und die Rolle der Infrastruktur für die Bildungsanforderungen der Zukunft. So werden beispielsweise 65 Prozent derer, die heute in die erste Klasse kommen, Berufe ergreifen, die es heute noch nicht gibt. Der abschließende Rundgang mit Vertretern des Hochbauamts des Landkreises Augsburg zeigte beeindruckend die Dimension des Schulcampus.
Erkenntnisse für weitere Projekte
Das Paul-Klee-Gymnasium liefert übertragbare Erkenntnisse: Tragwerk, Material und Gebäudetechnik müssen früh abgestimmt, Arbeitsvorbereitung und Ausführung rechtzeitig eingebunden und Witterungsschutz sowie digitale Planungsgrundlagen von Beginn an mitgedacht werden.
„Mit Veranstaltungen wie ‚Architektur trifft Holz‘ möchte das Netzwerk regionale Kompetenzen sichtbar machen und Raum für einen praxisnahen Austausch schaffen“, sagt Larissa van Kempen, Geschäftsführerin der ABA HOLZ van Kempen und Mitglied im Netzwerk Holzbau. „Gerade komplexe Projekte zeigen, wie wichtig es ist, Wissen aus Planung, Fertigung und Ausführung früh zusammenzubringen.“
„Architektur trifft Holz“ gibt Einblicke in Planung und Ausführung komplexer Holz-Hybridbauten
Wie lassen sich große öffentliche Bildungsbauten erfolgreich in Holzbauweise realisieren? Dieser Frage widmete sich Mitte Juli die Fachveranstaltung „Architektur trifft Holz“ des Netzwerks Holzbau A³ am Paul-Klee-Gymnasium in Gersthofen. Der 2024 fertiggestellte Schulcampus bot den Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in Tragwerksplanung, Arbeitsvorbereitung und Ausführung sowie in das dahinterstehende Bildungskonzept.
Der Neubau des fünfzügigen Gymnasiums ist die bislang größte Schulbaumaßnahme des Landkreises Augsburg. Der Campus umfasst ein dreigliedriges Schulgebäude mit 47 Klassenzimmern, offenen Lernlandschaften, Mensa, Dreifachsporthalle und Tiefgarage. Die Hauptnutzfläche beträgt rund 8.800 Quadratmeter. Während Untergeschoss und einzelne Bauteile in Stahlbeton ausgeführt wurden, entstand der überwiegende Teil in Holzbauweise. Eine zentrale Erkenntnis der Veranstaltung: Bei anspruchsvollen Holzbauprojekten entscheidet sich der Erfolg bereits früh. Tragwerk, Materialien, Brandschutz, Bauphysik und Montage müssen eng aufeinander abgestimmt werden.
Früh planen, präzise abstimmen
Das Projekt wurde in Holz-Hybridbauweise realisiert: Tiefgarage, Untergeschoss und Teile des Erdgeschosses bestehen aus Stahlbeton, die Obergeschosse aus einer Holzskelettkonstruktion. Die Außenwände wurden in Holztafelbauweise, die Decken als Holz-Beton-Verbunddecken mit Akustikfräsung ausgeführt. Bei Spannweiten von bis zu 8,40 Metern war insbesondere das Schwingungsverhalten der Decken zu berücksichtigen. Ergänzt wird der Campus durch die Dreifachsporthalle, die über das Untergeschoss bzw. die Tiefgarage mit dem Schulgebäude verbunden ist. Diese hat eine Spannweite von bis zu 30 Metern, berichtete Dominik Heitzmann von PIRMIN JUNG in seinem Fachvortrag.
Produktorientierte Planung als Schlüssel zum Erfolg
Stefan Weggler hob in seinem Beitrag zur Arbeitsvorbereitung hervor, wie wichtig die produktorientierte Planung sei, dies habe im Paul-Klee-Gymnasium hervorragend funktioniert. Im vorgefertigten Holzbau müssen Anschlüsse, Öffnungen, Leitungsführungen und Montagereihenfolgen früh und präzise feststehen. Die Ausführungsplanung wird damit zur zentralen Schnittstelle zwischen Architektur, Fachplanung, Arbeitsvorbereitung und Produktion.
Witterungsschutz mitdenken
Auch Transport, Lagerung, Montage und Schutzmaßnahmen müssen gemeinsam geplant werden. Witterung und Baufeuchte beeinflussen bei großen Holzbauvorhaben Ausführungsqualität und Bauablauf. Heinz Thurik von ZÜBLIN machte in seinem Beitrag darauf aufmerksam, wie wichtig es sei, die intensive Planungsphase beim Holzbau im Blick und die Baustellenlogistik im Griff zu haben. Vorfertigung im Werk und Montage auf der Baustelle vereinfachen die Abläufe. ZÜBLIN Timber übernahm beim Schulgebäude unter anderem Werkstattplanung, Herstellung, Lieferung und Montage der Holzelemente. Hierbei wurden circa 2.250 Kubikmeter Holz verbaut (was 50 LKW-Ladungen Holz entspricht).
Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor
Das Projekt zeigt, dass große Holz-Hybridbauten durch das enge Zusammenspiel von Bauherrschaft, Architektur, Fachplanung, Arbeitsvorbereitung, Produktion und Montage umso erfolgreicher werden. Genau diese Schnittstellen greift die Veranstaltungsreihe „Architektur trifft Holz“ auf. „Es freut mich, dass der Landkreis Augsburg mit dem Paul-Klee-Gymnasium in Gersthofen zeigt, dass nachhaltiges Bauen, hohe architektonische Qualität und die Anforderungen eines modernen Schulgebäudes zusammenpassen. Entscheidend für den Projekterfolg war die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten von der frühen Planung bis zur Ausführung“, so Stefan Buck, Zweiter Bürgermeister der Stadt Gersthofen.
Der Campus verbindet Holz-Hybridbauweise mit einem zeitgemäßen pädagogischen Konzept. Lernlandschaften, flexible Unterrichtsflächen, Grundwasserwärmepumpe und Photovoltaikanlage prägen das Gebäude. Der OStD und Schulleiter Christian Engel hob in seiner Rede hervor, welche Rolle die Raumkonzeption auf die Anforderungen an zukünftige Schlüsselqualifikationen der Schülerinnen und Schüler habe und die Rolle der Infrastruktur für die Bildungsanforderungen der Zukunft. So werden beispielsweise 65 Prozent derer, die heute in die erste Klasse kommen, Berufe ergreifen, die es heute noch nicht gibt. Der abschließende Rundgang mit Vertretern des Hochbauamts des Landkreises Augsburg zeigte beeindruckend die Dimension des Schulcampus.
Erkenntnisse für weitere Projekte
Das Paul-Klee-Gymnasium liefert übertragbare Erkenntnisse: Tragwerk, Material und Gebäudetechnik müssen früh abgestimmt, Arbeitsvorbereitung und Ausführung rechtzeitig eingebunden und Witterungsschutz sowie digitale Planungsgrundlagen von Beginn an mitgedacht werden.
„Mit Veranstaltungen wie ‚Architektur trifft Holz‘ möchte das Netzwerk regionale Kompetenzen sichtbar machen und Raum für einen praxisnahen Austausch schaffen“, sagt Larissa van Kempen, Geschäftsführerin der ABA HOLZ van Kempen und Mitglied im Netzwerk Holzbau. „Gerade komplexe Projekte zeigen, wie wichtig es ist, Wissen aus Planung, Fertigung und Ausführung früh zusammenzubringen.“
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Pressekontakt – Ansprechpartner/in
Rebecca Weingarten