Erfolgsstory Engagierte Unternehmen Wirtschaften für das Gemeinwohl – Pioniere in A³

Gewinnsteigerung, stetiges Wachstum, Wettbewerbsdruck: Dies sind diskutierte Begriffe unseres heutigen Wirtschaftssystems. Doch wie sieht die Wirtschaftswelt von morgen aus? Vordenker und Pioniere aus der Region zeigen, dass es Alternativen gibt. Sie machen sich auf den Weg, um künftig nachhaltiger und ethischer zu wirtschaften.

Darum geht’s:

In der Region wirken zahlreiche engagierte Unternehmen, die sich an alternativen Wirtschaftsmodellen orientieren.

2020 haben über 20 engagierte Unternehmen aus A3 an der Gemeinwohl-Bilanzierung teilgenommen – darunter die Kreativagentur elfgenpick, die Biobäckerei Schubert, der liesLotte Medienverlag, der Dorfladen Herzstück und das Snehotta Pflegeteam. Mit der Bilanz legen sie dar, welchen Beitrag sie durch ihr Wirtschaften zum Gemeinwohl leisten. Sie ist Kernstück der sogenannten Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ): ein alternatives Wirtschaftsmodell, das die Wirtschaftslandschaft langfristig umwälzen möchte. Ein Modell, an dem sich einige regionale Unternehmen bereits orientieren. Nicht nur, um das eigene Unternehmen, sondern auch die Region A3 langfristig lebenswert zu gestalten.

 

Wirtschaften für das Wohl von Mensch und Umwelt

Mittlerweile haben im deutschsprachigen Raum über 200 Firmen eine Gemeinwohl-Bilanz durchgeführt. Dabei wird die Umsetzung zentraler Werte wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit und demokratische Mitentscheidung in Bezug auf Berührungsgruppen gemessen. Die Betriebe sammeln Informationen zu allen Punkten und erstellen abschließend einen Gemeinwohlbericht. Wurde dieser Prozess erfolgreich durchlaufen, darf das Unternehmen die Gemeinwohl-Auszeichnung für zwei Jahre tragen.

So macht das Projekt die Zukunft besser:

  • Umsetzung zentraler Werte wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit und demokratische Mitentscheidung
  • Verbesserung der betrieblichen Umweltbilanz

Augsburgs Gemeinwohl-Pionier

Auch das Augsburger Bio-Hotel Bayerischer Wirt hat 2017 eine Gemeinwohl-Bilanz durchgeführt. Geschäftsführerin Rica Friedl war damit die erste Unternehmerin in der Region, die einen Gemeinwohlbericht für ihr Unternehmen verfasste. Ihr Stadthotel ist bereits seit 2006 zu hundert Prozent bio-zertifiziert. So werden für die Gastronomie ausschließlich Bio-Lebensmittel aus der Region verwendet. Darüber hinaus soll durch faire Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen den Mitarbeitenden eine langfristige Perspektive geboten werden. Außerdem ist das Hotel Bayerischer Wirt CO2 klimaneutral. Ziel ist es, eine klima-positive Bilanz zu erzeugen und noch mehr regionale Lieferanten einzubeziehen. „Es steht nicht nur mehr das Denken für das eigene Unternehmen im Vordergrund, sondern das gesamte Umfeld“, beschreibt Rica Friedl ihre Erkenntnisse aus der Gemeinwohl-Bilanz.

 

Gegenseitige Unterstützung auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Acht weitere Unternehmer folgten dem Weg von Rica Friedl und schlossen sich im Mai 2019 zu Augsburgs erster Peergroup zusammen. Mehr als ein Jahr beschäftigten sie sich mit Strukturen und den Unternehmenskulturen ihrer Firmen, um so zu mehr Verantwortung gegenüber Stakeholdern, der Umwelt und für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem zu finden. „Die Durchleuchtung aller unserer internen Prozesse hat sowohl mir als Geschäftsinhaberin wie auch meinem Unternehmen insgesamt sehr viele zukunftsweisende Impulse ermöglicht. Warum machen wir Dinge schon seit Langem genauso, wie wir sie tun? Was machen wir schon gut, was können wir verbessern“, fragt Uta Börger vom liesLotte Medien Verlag. Der große Vorteil der Peergroup ist der gemeinsame Lernprozess. Die Arbeit im Team ist für alle sehr wertvoll, der Austausch von Ideen untereinander und das Voneinander-Lernen hat ein Klima des gemeinsamen Aufbruchs erzeugt – darin sind sich die Teilnehmer dieser ersten Augsburger GWÖ-Peergroup einig. Sie alle haben ihren Bericht veröffentlicht und ihr Testat erhalten.

„Die Mediengruppe Pressedruck, als sehr regional orientiertes Unternehmen, legt großen Wert auf die Erhaltung unserer schönen Heimat. In den nun knapp 20 Jahren Teilnahme am ÖKOPROFIT-Klub Augsburg, wurden bereits so viele große und kleine Projekte realisiert, dass wir sie kaum mehr zählen, wohl aber noch davon profitieren können. Eine große Investition im Jahr 2006 hatte sich bereits nach 9 Monaten amortisiert. Über die Jahre gerechnet hat uns dies somit mittlerweile (die Anlage ist immer noch in Betrieb) ca. 5 Millionen Euro Betriebskosten erspart.“

Thomas Glas – Umweltschutz und Arbeitssicherheit, Mediengruppe Pressedruck

Für eine nachhaltige Entwicklung der Region

Regionale Betriebe nehmen auch das gemeinsame Projekt ÖKOPROFIT (ÖKOlogisches PROjekt Für Integrierte UmweltTechnik) der Landkreise Aichach-Friedberg und Augsburg sowie der Stadt Augsburg wahr. Dabei erarbeiten sie technische und organisatorische Maßnahmen zur Umweltentlastung sowie Kostenreduzierung – beides wichtige Beiträge für die nachhaltige Entwicklung der Region. Dazu gehört, Rohstoffe, Wasser und Energie einzusparen, Abfall zu vermeiden sowie Emissionen zu reduzieren. Durch individuelle Beratung, Workshops und Erfahrungsaustausch werden die teilnehmenden Betriebe bei der Verbesserung ihrer betrieblichen Umweltbilanz begleitet. Mit Beginn des Projekts im Jahr 2001 haben nun bereits mehr als 60 regionale Unternehmen erfolgreich teilgenommen.

„Das Programm ÖKOPROFIT verbindet aus unserer Sicht Ökologie und Ökonomie – was sich nicht widersprechen muss. Durch das sehr effektive Konzept aus Beratung, Arbeitsmaterialien und ÖKOPROFIT-Klub ist es für uns als KMU besonders geeignet. Das Projekt hilft, beständig an Neuerungen teilzuhaben und ein waches Auge für Möglichkeiten im Bereich Umweltmanagement beizubehalten“, berichtet Wolfgang Morell, Leitung Technik & Entwicklung, JAUDT Dosiertechnik Maschinenfabrik GmbH (langjähriges ÖKOPROFIT-Klubmitglied).

 

Reif für den Wandel

Die Region A³ ist reif für den Wandel: Das beweisen die vielen Vordenker und Pioniere, die ihr wirtschaftliches Handeln überdenken und tätig werden. Für die engagierten Unternehmen ist das Wohl der Menschen und der Umwelt oberstes Ziel. Sie denken Wirtschaft neu – für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft in der Region.

Bildergalerie Vertreter der engagierten Unternehmen

Drei Tipps zum Nachahmen:

  • Beziehen Sie Ihre MitarbeiterInnen bei der Ausarbeitung eines Konzepts mit ein.
  • Nachhaltigkeit ist ein ständiger Lernprozess, der mit dem ersten Schritt beginnt. Bleiben Sie im stetigen Austausch!
  • Checken Sie, ob Richtlinien eingehalten werden.

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