News Standort Interview: „Der Wirtschaftsraum Westliche Wälder kann durch die Schiene weiter aufblühen“

Interview mit Werner Ziegelmeier und Ralf Gummersbach, Geschäftsführer Stadtwerke Ulm (SWU)

In der Herbstausgabe 2023 des ahochdrei Magazins erschien auf S. 16 ein Interview zur Staudenbahn mit dem Augsburger Landrat Martin Sailer und Werner Ziegelmeier, SWU. Das bedeutende Infrastruktur-Projekt schreitet weiter voran. Voraussichtlich Ende des Jahres 2028 soll die Staudenbahn nach über 35 Jahren Stillstand wieder regelmäßig von Gessertshausen über Fischach bis nach Langenneufnach durch den Landkreis Augsburg rollen. Lesen Sie hier, was die nächsten Schritte sind und wie die Stauden sich durch das Projekt wirtschaftlich verändern könnten.

Herr Ziegelmeier, Sie engagieren sich seit Jahren für die Reaktivierung der Staudenbahn. Warum ist dies Ihr Herzensprojekt geworden?

Werner Ziegelmeier, Geschäftsführung SWU: Weil es für den Wirtschaftsraum „Westliche Wälder“ absolut zentral ist. Wir haben in Senden-Weißenhorn gesehen, was durch die Reaktivierung einer Schiene passieren kann: Wirtschaftswachstum pur.

Ralf Gummersbach, Geschäftsführung SWU: Die Reaktivierung der Staudenbahn ist ein absolutes Zukunftsthema. Die Schiene ist unglaublich wichtig für den öffentlichen Verkehr. Wir sind sehr stolz, dieses Projekt vorantreiben zu dürfen.

Auch die Bahnstrecke Senden-Weißenhorn wurde von der SWU reaktiviert und 2013 in Betrieb genommen. Wie bringen Sie Ihre Erfahrungen von damals bei der Reaktivierung der Staudenbahn heute ein?

RG: Regionale Projekte wie die Reaktivierung der Staudenbahn sind etwas Besonderes. Sie bringen viele Vorteile mit sich: Sie lassen sich schnell umsetzen, sind verhältnismäßig günstig und, ganz wichtig, es gibt einen regionalen Bezug. Wenn alle mitziehen, sind wir bei diesem Projekt wesentlich flexibler als ein großer Konzern, wie zum Beispiel die Deutsche Bahn. So war es auch bei der Reaktivierung der Strecke Senden-Weißenhorn: Alle Partner, darunter Städte, der Landkreis, der Verein Regio-S-Bahn und die SWU haben an einem Strang gezogen. Regionale Verankerung bedeutet auch: Wir kennen unsere Infrastruktur sehr genau. Wir halten sie regelmäßig instand und erneuern nicht erst, wenn schon gar nichts mehr geht.

Interview mit Werner Ziegelmeier und Ralf Gummersbach, Geschäftsführer Stadtwerke Ulm (SWU)

In der Herbstausgabe 2023 des ahochdrei Magazins erschien auf S. 16 ein Interview zur Staudenbahn mit dem Augsburger Landrat Martin Sailer und Werner Ziegelmeier, SWU. Das bedeutende Infrastruktur-Projekt schreitet weiter voran. Voraussichtlich Ende des Jahres 2028 soll die Staudenbahn nach über 35 Jahren Stillstand wieder regelmäßig von Gessertshausen über Fischach bis nach Langenneufnach durch den Landkreis Augsburg rollen. Lesen Sie hier, was die nächsten Schritte sind und wie die Stauden sich durch das Projekt wirtschaftlich verändern könnten.

Herr Ziegelmeier, Sie engagieren sich seit Jahren für die Reaktivierung der Staudenbahn. Warum ist dies Ihr Herzensprojekt geworden?

Werner Ziegelmeier, Geschäftsführung SWU: Weil es für den Wirtschaftsraum „Westliche Wälder“ absolut zentral ist. Wir haben in Senden-Weißenhorn gesehen, was durch die Reaktivierung einer Schiene passieren kann: Wirtschaftswachstum pur.

Ralf Gummersbach, Geschäftsführung SWU: Die Reaktivierung der Staudenbahn ist ein absolutes Zukunftsthema. Die Schiene ist unglaublich wichtig für den öffentlichen Verkehr. Wir sind sehr stolz, dieses Projekt vorantreiben zu dürfen.

Auch die Bahnstrecke Senden-Weißenhorn wurde von der SWU reaktiviert und 2013 in Betrieb genommen. Wie bringen Sie Ihre Erfahrungen von damals bei der Reaktivierung der Staudenbahn heute ein?

RG: Regionale Projekte wie die Reaktivierung der Staudenbahn sind etwas Besonderes. Sie bringen viele Vorteile mit sich: Sie lassen sich schnell umsetzen, sind verhältnismäßig günstig und, ganz wichtig, es gibt einen regionalen Bezug. Wenn alle mitziehen, sind wir bei diesem Projekt wesentlich flexibler als ein großer Konzern, wie zum Beispiel die Deutsche Bahn. So war es auch bei der Reaktivierung der Strecke Senden-Weißenhorn: Alle Partner, darunter Städte, der Landkreis, der Verein Regio-S-Bahn und die SWU haben an einem Strang gezogen. Regionale Verankerung bedeutet auch: Wir kennen unsere Infrastruktur sehr genau. Wir halten sie regelmäßig instand und erneuern nicht erst, wenn schon gar nichts mehr geht.

Wirtschaftlich gesehen ist die Reaktivierung der Bahnstrecke Senden-Weißenhorn eine Erfolgsgeschichte. Was erhoffen Sie sich durch die Staudenbahn für die Wirtschaftskraft in den Westlichen Wäldern?

WZ: Gerade im Umkreis von Ballungszentren ist der regionale Bahnverkehr auch entscheidend für die Ansiedlung von Unternehmen und von Fachkräften. Die Menschen wohnen im ländlichen Umfeld, pendeln in die Städte – und umgekehrt. Grund dafür sind die starken Unternehmen im Landkreis Augsburg, wie Topstar, wie Müllermilch und viele weitere. Sie alle haben sich stark gemacht für die Reaktivierung der Staudenbahn. Eine gute Bahnverbindung erhöht die Attraktivität der Region, das wissen die Unternehmen ganz genau. Der Wirtschaftsraum Westliche Wälder kann durch die Schiene weiter aufblühen, da bin ich ganz sicher.

Gleichzeitig kann die Schiene den Straßenverkehr erheblich entlasten. Aktuell erleben wir täglich Pendlerstaus von Gessertshausen und Fischach nach Augsburg. Ob die seit Jahrzehnten geforderte Umgehungsstraße um Diedorf kommt, ist fraglich. Die Staudenbahn kann hier Erleichterung bringen.

Anfang des Jahres stellten Sie beide das Projekt Staudenbahn im Kreistag des Landkreises Augsburg vor. Können Sie uns etwas Konkretes zum aktuellen Stand des Projekts sagen?

RG: Zur Reaktivierung der Staudenbahn gehören 13,5 Kilometer eingleisige, elektrifizierte Strecke, sechs Stationen, ein Betriebsbahnhof, 31 Bahnübergänge, zwei Eisenbahnbrücken und ein Holzverladeplatz. Die Baukosten werden voraussichtlich bei ca. 60 Millionen Euro liegen, 90 Prozent davon fördert der Bund. Wenn wir Glück haben, kommt der Planfeststellungsbescheid Ende dieses Jahres und möglichst unmittelbar danach der Fördermittelbescheid. Im ersten Quartal 2027 könnte dann die Vergabe der Bauhauptleistungen beginnen. Zwischen Frühjahr 2027 und Herbst 2028 wird die Strecke gebaut. Unser Ziel ist, die Staudenbahn Ende 2028 in Betrieb zu nehmen.

Herr Ziegelmeier, seit Anbeginn sind Sie Mitglied im Aufsichtsrat von A³– wie unterstützen Ihre Ehrenämter solche Projekte?

WZ: Netzwerke zu haben und zu pflegen ist aus meiner Sicht unerlässlich, um wirklich erfolgreich zu sein. Wichtige Projekte erklärt man eben nicht nur mit Social Media, sondern über direkte Kontakte.

Herr Ziegelmeier, Sie sind auch Inhaber eines Omnibus-Unternehmens. Mit Z-Mobility sind Sie in einer sicher nicht einfachen Branche wirtschaftlich stark unterwegs. Welche Strategie steckt hinter diesem Erfolg?

WZ: Ja, uns gibt es schon seit 1968, den Standort, zuerst in Straßberg und dann in Bobingen, haben wir kontinuierlich auf- bzw. ausgebaut. Wir sind so erfolgreich, weil wir ein familiengeführtes Unternehmen sind – mein Bruder und meine Tochter haben inzwischen auch leitende Funktionen übernommen – aber eben auch mit starken Geschäftsfüher:innen unterwegs sind und gute Entscheidungen treffen.

Sie fahren zahlreiche Politiker und VIPs, seit über 30 Jahren dazu auch die Augsburger Panther. Wie viele Kilometer sind Sie schon für die Panther gefahren?

Danielle van der Werf, Geschäftsführung Z-Mobility: Das werden sicher eine Million Kilometer sein, das sind ca. 25 Erdumrundungen, übrigens mit dem wohl modernsten Bus aller Eishockey-Mannschaften Deutschlands. Wir sind sehr stolz, das Augsburger Team in unserem „Panther-Käfig“ fahren zu dürfen.

Wirtschaftlich gesehen ist die Reaktivierung der Bahnstrecke Senden-Weißenhorn eine Erfolgsgeschichte. Was erhoffen Sie sich durch die Staudenbahn für die Wirtschaftskraft in den Westlichen Wäldern?

WZ: Gerade im Umkreis von Ballungszentren ist der regionale Bahnverkehr auch entscheidend für die Ansiedlung von Unternehmen und von Fachkräften. Die Menschen wohnen im ländlichen Umfeld, pendeln in die Städte – und umgekehrt. Grund dafür sind die starken Unternehmen im Landkreis Augsburg, wie Topstar, wie Müllermilch und viele weitere. Sie alle haben sich stark gemacht für die Reaktivierung der Staudenbahn. Eine gute Bahnverbindung erhöht die Attraktivität der Region, das wissen die Unternehmen ganz genau. Der Wirtschaftsraum Westliche Wälder kann durch die Schiene weiter aufblühen, da bin ich ganz sicher.

Gleichzeitig kann die Schiene den Straßenverkehr erheblich entlasten. Aktuell erleben wir täglich Pendlerstaus von Gessertshausen und Fischach nach Augsburg. Ob die seit Jahrzehnten geforderte Umgehungsstraße um Diedorf kommt, ist fraglich. Die Staudenbahn kann hier Erleichterung bringen.

Anfang des Jahres stellten Sie beide das Projekt Staudenbahn im Kreistag des Landkreises Augsburg vor. Können Sie uns etwas Konkretes zum aktuellen Stand des Projekts sagen?

RG: Zur Reaktivierung der Staudenbahn gehören 13,5 Kilometer eingleisige, elektrifizierte Strecke, sechs Stationen, ein Betriebsbahnhof, 31 Bahnübergänge, zwei Eisenbahnbrücken und ein Holzverladeplatz. Die Baukosten werden voraussichtlich bei ca. 60 Millionen Euro liegen, 90 Prozent davon fördert der Bund. Wenn wir Glück haben, kommt der Planfeststellungsbescheid Ende dieses Jahres und möglichst unmittelbar danach der Fördermittelbescheid. Im ersten Quartal 2027 könnte dann die Vergabe der Bauhauptleistungen beginnen. Zwischen Frühjahr 2027 und Herbst 2028 wird die Strecke gebaut. Unser Ziel ist, die Staudenbahn Ende 2028 in Betrieb zu nehmen.

Herr Ziegelmeier, seit Anbeginn sind Sie Mitglied im Aufsichtsrat von A³– wie unterstützen Ihre Ehrenämter solche Projekte?

WZ: Netzwerke zu haben und zu pflegen ist aus meiner Sicht unerlässlich, um wirklich erfolgreich zu sein. Wichtige Projekte erklärt man eben nicht nur mit Social Media, sondern über direkte Kontakte.

Herr Ziegelmeier, Sie sind auch Inhaber eines Omnibus-Unternehmens. Mit Z-Mobility sind Sie in einer sicher nicht einfachen Branche wirtschaftlich stark unterwegs. Welche Strategie steckt hinter diesem Erfolg?

WZ: Ja, uns gibt es schon seit 1968, den Standort, zuerst in Straßberg und dann in Bobingen, haben wir kontinuierlich auf- bzw. ausgebaut. Wir sind so erfolgreich, weil wir ein familiengeführtes Unternehmen sind – mein Bruder und meine Tochter haben inzwischen auch leitende Funktionen übernommen – aber eben auch mit starken Geschäftsfüher:innen unterwegs sind und gute Entscheidungen treffen.

Sie fahren zahlreiche Politiker und VIPs, seit über 30 Jahren dazu auch die Augsburger Panther. Wie viele Kilometer sind Sie schon für die Panther gefahren?

Danielle van der Werf, Geschäftsführung Z-Mobility: Das werden sicher eine Million Kilometer sein, das sind ca. 25 Erdumrundungen, übrigens mit dem wohl modernsten Bus aller Eishockey-Mannschaften Deutschlands. Wir sind sehr stolz, das Augsburger Team in unserem „Panther-Käfig“ fahren zu dürfen.

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