Nachbericht – Online-Impuls "KI und Nachhaltigkeit? Chancen und Fallstricke bei der Verwendung von KI-Modellen"
KI und Nachhaltigkeit: Weniger Ressourcenverbrauch, mehr Unabhängigkeit
Künstliche Intelligenz soll helfen, die Klimakrise zu bewältigen. Gleichzeitig benötigt sie selbst enorme Mengen an Energie. Ein Widerspruch, der Unternehmen vor neue Fragen stellt: Wie nachhaltig ist der Einsatz von KI tatsächlich? Und wo können Unternehmen selbst ansetzen? Antworten darauf gab Michael Jaser von der Augsburger Digitalagentur Peerigon bei einem Impulsvortrag im Rahmen des Resilienznetzwerks A³. Dabei wurde deutlich: Wer KI bewusst einsetzt, kann nicht nur Ressourcen sparen, sondern auch die eigene Krisenfestigkeit stärken.
KI zwischen Klimaschutz und Ressourcenverbrauch
Wie unterschiedlich sich Künstliche Intelligenz auf das Klima auswirken kann, verdeutlichte Michael Jaser zum Einstieg anhand zweier Beispiele: Während Google KI einsetzt, um klimaschädliche Kondensstreifen im Flugverkehr zu vermeiden, nutzt das französische Unternehmen Mistral die Technologie, um die Erschließung von Öl- und Gasfeldern zu unterstützen. Die Beispiele zeigen: Entscheidend für die Klimawirkung ist nicht allein die Technologie, sondern vor allem ihr Einsatzzweck.
Hinzu kommt der Energiebedarf der Technologie selbst. Weltweit verbrauchten Rechenzentren 2025 rund 485 Terawattstunden Strom. Das entspricht beinahe dem gesamten Stromverbrauch Deutschlands. Zwar werden einzelne KI-Anfragen zunehmend effizienter. Weil gleichzeitig jedoch immer mehr Anwendungen und Anfragen hinzukommen, steigt der Gesamtverbrauch weiter. Ein Effekt, den Fachleute als Rebound-Effekt bezeichnen.
Doch wie groß ist der ökologische Fußabdruck einer einzelnen KI-Anfrage? Um das zu veranschaulichen, stellte Jaser drei Dinge gegenüber: ein Glas Wasser, eine Zwei-Cent-Münze und ein Radieschen. Was auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun hat, steht beispielhaft für den Ressourcenverbrauch Künstlicher Intelligenz. So benötigt eine Antwort des KI-Modells Mistral Large 2 mit 400 Tokens laut den im Vortrag gezeigten Daten rund 45 Milliliter Wasser. Hinzu kommt der Rohstoffbedarf, der mit dem einer Zwei-Cent-Münze verglichen wurde. Die Wassermenge wiederum entspricht ungefähr dem, was ein Radieschen zum Wachsen benötigt.
Was bei einer einzelnen Anfrage gering erscheint, summiert sich bei Milliarden von Anfragen zu einem erheblichen Ressourcenbedarf. Wie hoch dieser tatsächlich ausfällt, lässt sich allerdings oft nur schätzen, da viele Anbieter ihre Verbrauchsdaten nicht offenlegen.
Nachhaltigkeit als Beitrag zur Resilienz
Dass Nachhaltigkeit und unternehmerische Widerstandsfähigkeit eng zusammenhängen, zog sich als roter Faden durch den Vortrag. Denn die bewusste Auswahl von KI-Modellen, Anbietern und Hosting-Standorten zahlt auf beide Ziele ein: Sie kann den ökologischen Fußabdruck verringern und Unternehmen zugleich unabhängiger von Preisentwicklungen, Ausfällen und geopolitischen Risiken machen.
Dabei muss die Lösung nicht immer mehr Technologie sein. Jaser regte dazu an, zunächst grundsätzlich zu hinterfragen, ob eine Aufgabe überhaupt Künstliche Intelligenz erfordert. Häufig könne bereits ein einfacheres digitales Werkzeug den gewünschten Nutzen bringen.
Über das Resilienznetzwerk A³
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „GERN – Resilienznetz A³: Gemeinwohl, Engagement, Resilienz und Nachhaltigkeit im Netzwerk“ statt. Das Resilienznetzwerk A³ unterstützt Unternehmen dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und sich krisenfest aufzustellen.
Das Projekt wird von der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH gemeinsam mit nunc sustainability consulting umgesetzt. Es wird im Rahmen des Programms „Nachhaltig Wirken“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Künstliche Intelligenz soll helfen, die Klimakrise zu bewältigen. Gleichzeitig benötigt sie selbst enorme Mengen an Energie. Ein Widerspruch, der Unternehmen vor neue Fragen stellt: Wie nachhaltig ist der Einsatz von KI tatsächlich? Und wo können Unternehmen selbst ansetzen? Antworten darauf gab Michael Jaser von der Augsburger Digitalagentur Peerigon bei einem Impulsvortrag im Rahmen des Resilienznetzwerks A³. Dabei wurde deutlich: Wer KI bewusst einsetzt, kann nicht nur Ressourcen sparen, sondern auch die eigene Krisenfestigkeit stärken.
KI zwischen Klimaschutz und Ressourcenverbrauch
Wie unterschiedlich sich Künstliche Intelligenz auf das Klima auswirken kann, verdeutlichte Michael Jaser zum Einstieg anhand zweier Beispiele: Während Google KI einsetzt, um klimaschädliche Kondensstreifen im Flugverkehr zu vermeiden, nutzt das französische Unternehmen Mistral die Technologie, um die Erschließung von Öl- und Gasfeldern zu unterstützen. Die Beispiele zeigen: Entscheidend für die Klimawirkung ist nicht allein die Technologie, sondern vor allem ihr Einsatzzweck.
Hinzu kommt der Energiebedarf der Technologie selbst. Weltweit verbrauchten Rechenzentren 2025 rund 485 Terawattstunden Strom. Das entspricht beinahe dem gesamten Stromverbrauch Deutschlands. Zwar werden einzelne KI-Anfragen zunehmend effizienter. Weil gleichzeitig jedoch immer mehr Anwendungen und Anfragen hinzukommen, steigt der Gesamtverbrauch weiter. Ein Effekt, den Fachleute als Rebound-Effekt bezeichnen.
Doch wie groß ist der ökologische Fußabdruck einer einzelnen KI-Anfrage? Um das zu veranschaulichen, stellte Jaser drei Dinge gegenüber: ein Glas Wasser, eine Zwei-Cent-Münze und ein Radieschen. Was auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun hat, steht beispielhaft für den Ressourcenverbrauch Künstlicher Intelligenz. So benötigt eine Antwort des KI-Modells Mistral Large 2 mit 400 Tokens laut den im Vortrag gezeigten Daten rund 45 Milliliter Wasser. Hinzu kommt der Rohstoffbedarf, der mit dem einer Zwei-Cent-Münze verglichen wurde. Die Wassermenge wiederum entspricht ungefähr dem, was ein Radieschen zum Wachsen benötigt.
Was bei einer einzelnen Anfrage gering erscheint, summiert sich bei Milliarden von Anfragen zu einem erheblichen Ressourcenbedarf. Wie hoch dieser tatsächlich ausfällt, lässt sich allerdings oft nur schätzen, da viele Anbieter ihre Verbrauchsdaten nicht offenlegen.
Nachhaltigkeit als Beitrag zur Resilienz
Dass Nachhaltigkeit und unternehmerische Widerstandsfähigkeit eng zusammenhängen, zog sich als roter Faden durch den Vortrag. Denn die bewusste Auswahl von KI-Modellen, Anbietern und Hosting-Standorten zahlt auf beide Ziele ein: Sie kann den ökologischen Fußabdruck verringern und Unternehmen zugleich unabhängiger von Preisentwicklungen, Ausfällen und geopolitischen Risiken machen.
Dabei muss die Lösung nicht immer mehr Technologie sein. Jaser regte dazu an, zunächst grundsätzlich zu hinterfragen, ob eine Aufgabe überhaupt Künstliche Intelligenz erfordert. Häufig könne bereits ein einfacheres digitales Werkzeug den gewünschten Nutzen bringen.
Über das Resilienznetzwerk A³
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „GERN – Resilienznetz A³: Gemeinwohl, Engagement, Resilienz und Nachhaltigkeit im Netzwerk“ statt. Das Resilienznetzwerk A³ unterstützt Unternehmen dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und sich krisenfest aufzustellen.
Das Projekt wird von der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH gemeinsam mit nunc sustainability consulting umgesetzt. Es wird im Rahmen des Programms „Nachhaltig Wirken“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Quick Learnings
Drei Erkenntnisse für die Unternehmenspraxis
Wie sich der Ressourcenverbrauch reduzieren lässt und Unternehmen gleichzeitig unabhängiger werden können, zeigte Jaser anhand von drei Stellschrauben.
- Kleine KI-Modelle können Großes leisten. Nicht für jede Aufgabe braucht es das leistungsfähigste Modell. Größere KI-Modelle benötigen im Durchschnitt etwa viermal so viel Strom wie kleinere Alternativen. Auch die sogenannte Denktiefe, also der Rechenaufwand zur Bearbeitung einer Anfrage, beeinflusst den Verbrauch. Wer kleinere Modelle als Standard nutzt und leistungsstarke Varianten gezielt einsetzt, kann Energie und Kosten sparen.
- Ein zweiter Anbieter schafft Sicherheit. Die Abhängigkeit von einem einzelnen KI-Dienst birgt Risiken. Ändern sich Preise, Nutzungsbedingungen oder fällt ein Dienst aus, kann das betriebliche Abläufe beeinträchtigen. Unternehmen sind deshalb gut beraten, alternative Anbieter zu prüfen und einen möglichen Wechsel frühzeitig zu testen. Gleichzeitig sollten sie bei der Auswahl stärker auf Transparenz beim Energieverbrauch und beim Umgang mit Unternehmensdaten achten.
- Auch der Standort zählt. Wo KI-Anwendungen betrieben werden, hat erheblichen Einfluss auf ihre Klimabilanz. Je nach Strommix lassen sich die CO₂-Emissionen durch die Wahl eines geeigneten Rechenzentrums deutlich senken. Im Vortrag zeigte Jaser Unterschiede um etwa den Faktor neun auf. Europäische Hosting-Lösungen oder lokal betriebene Modelle können zudem dazu beitragen, technologische Abhängigkeiten zu reduzieren und die Kontrolle über sensible Daten zu stärken.
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