Praxisbeispiel: Nachhaltiges Wirtschaften Eine Brauerei mit Weitsicht

Riegele

Umweltschutz praktizieren heißt vorausschauend handeln. Diese Philosophie lebt die Augsburger Familienbrauerei Riegele. Seit vielen Jahren geht das mittelständische Unternehmen systematisch und langfristig an seine Umweltziele heran. Prozesse werden kontinuierlich optimiert, um auch in Zukunft die Produktion energie- und ressourceneffizient zu gestalten. Die mehrfach ausgezeichnete Brauerei investiert dafür in neue Technologien. Dank dieser Vorarbeit wurden Perspektiven für die nächsten 20 Jahre geschaffen.

2020 wurde die Familienbrauerei Riegele aus Augsburg erneut für ihr Umweltmanagement ausgezeichnet und erhielt nach 2017 nun zum zweiten Mal das EMAS-Umweltzertifikat (Eco-Management and Audit Scheme der EU). Dieses bestätigt die Brauerei darin, ihre Leistungen für Umweltschutz dauerhaft zu verbessern. Dafür investiert das Unternehmen in neue Technologien, um Ressourcen wie Wasser und Strom einzusparen und damit nachhaltiger zu brauen.

Schon seit 28 Generationen, und damit ist Riegele eine der ältesten Brauereien der Welt, wird Traditionsbier nach alter Handwerkskunst hergestellt. Die aufwendige Verarbeitung der Rohstoffe sorgt für höchste Qualität, die bereits oft belohnt wurde: unter anderem zwölfmal mit dem Bundesehrenpreis für Qualität, mehrfach mit dem Award als Beste Brauerei Europas und 2011 mit dem Weltmeistertitel als Biersommelier des Jahres. Die Liste ist lang.

Datenschätze heben

Einsparpotenziale und Effizienzmaßnahmen zu definieren setzt voraus, dass man als Unternehmer einen guten Überblick über die eigenen Materialströme und Produktionsabläufe hat. „Wir haben zunächst genau analysiert, was in unseren Prozessen eigentlich genau abläuft“, erläutert Riegele Braumeister und technischer Leiter Frank Müller. Diese wichtigen Daten bergen einen wertvollen Schatz, der in vielen Unternehmen oftmals unentdeckt bleibt. Entscheidend ist es, diesen Schatz zu heben. Dafür hat Riegele jeden einzelnen Verbraucher aufgelistet und 16 Kilometer Leitungen neu verlegt, um alle Ströme genau zu analysieren. Die vorhandenen Daten wurden dann in aussagekräftige Zusammenhänge gebracht. So wurde nicht nur ein Messstellenkonzept entwickelt, sondern auch zielführende Messräume definiert, zum Beispiel wie viel Dampf pro Hektoliter Bier benötigt wird. Durch die systematische Analyse aller Daten konnte zudem ein Einsparpotenzial von etwa 200.000€ im Jahr bei den Energiekosten gefunden werden.

Umweltschutz praktizieren heißt vorausschauend handeln. Diese Philosophie lebt die Augsburger Familienbrauerei Riegele. Seit vielen Jahren geht das mittelständische Unternehmen systematisch und langfristig an seine Umweltziele heran. Prozesse werden kontinuierlich optimiert, um auch in Zukunft die Produktion energie- und ressourceneffizient zu gestalten. Die mehrfach ausgezeichnete Brauerei investiert dafür in neue Technologien. Dank dieser Vorarbeit wurden Perspektiven für die nächsten 20 Jahre geschaffen.

2020 wurde die Familienbrauerei Riegele aus Augsburg erneut für ihr Umweltmanagement ausgezeichnet und erhielt nach 2017 nun zum zweiten Mal das EMAS-Umweltzertifikat (Eco-Management and Audit Scheme der EU). Dieses bestätigt die Brauerei darin, ihre Leistungen für Umweltschutz dauerhaft zu verbessern. Dafür investiert das Unternehmen in neue Technologien, um Ressourcen wie Wasser und Strom einzusparen und damit nachhaltiger zu brauen.

Schon seit 28 Generationen, und damit ist Riegele eine der ältesten Brauereien der Welt, wird Traditionsbier nach alter Handwerkskunst hergestellt. Die aufwendige Verarbeitung der Rohstoffe sorgt für höchste Qualität, die bereits oft belohnt wurde: unter anderem zwölfmal mit dem Bundesehrenpreis für Qualität, mehrfach mit dem Award als Beste Brauerei Europas und 2011 mit dem Weltmeistertitel als Biersommelier des Jahres. Die Liste ist lang.

Datenschätze heben

Einsparpotenziale und Effizienzmaßnahmen zu definieren setzt voraus, dass man als Unternehmer einen guten Überblick über die eigenen Materialströme und Produktionsabläufe hat. „Wir haben zunächst genau analysiert, was in unseren Prozessen eigentlich genau abläuft“, erläutert Riegele Braumeister und technischer Leiter Frank Müller. Diese wichtigen Daten bergen einen wertvollen Schatz, der in vielen Unternehmen oftmals unentdeckt bleibt. Entscheidend ist es, diesen Schatz zu heben. Dafür hat Riegele jeden einzelnen Verbraucher aufgelistet und 16 Kilometer Leitungen neu verlegt, um alle Ströme genau zu analysieren. Die vorhandenen Daten wurden dann in aussagekräftige Zusammenhänge gebracht. So wurde nicht nur ein Messstellenkonzept entwickelt, sondern auch zielführende Messräume definiert, zum Beispiel wie viel Dampf pro Hektoliter Bier benötigt wird. Durch die systematische Analyse aller Daten konnte zudem ein Einsparpotenzial von etwa 200.000€ im Jahr bei den Energiekosten gefunden werden.

Investitionen für die nächsten 20 Jahre

Dass sich Investitionen in Technologie lohnen, davon ist man bei Riegele überzeugt. „Natürlich kostet das alles Geld, aber das ist sinnvoll investiertes Geld, denn es hat uns ermöglicht, uns für die nächsten 20 Jahre gut aufzustellen“, betont Sebastian B. Priller-Riegele, der heute zusammen mit seinem Vater Dr. Sebastian Priller die Familienbrauerei führt.
So bezieht Riegele seit 2014 am Standort Augsburg Sonnenenergie aus der eigenen Photovoltaik-Anlage, die 200.000 kwh Strom erzeugt. Zudem können durch eine Brennstoffzelle 240 Gramm CO2 pro Kilowattstunde eingespart werden. Neben dem kompletten Neuaufbau des internen Warmwasser-Systems, wurde für rund eine Millionen Euro die Abfüllanlage modernisiert, die so zu nachhaltigeren Abläufen im Wertschöpfungsprozess beiträgt.
Eine weitere große Investition der letzten Jahre war der energiesparende Dampfkessel, der 2015 im Brauhaus eingebaut wurde. Dieser wird nun nicht mehr mit Heizöl, sondern mit Erdgas betrieben, was eine umweltfreundlichere Verbrennung mit weniger Schadstofffreisetzung fördert. Durch zwei eingebaute Wärmetauscher ist dazu die Energierückgewinnung höher. Insgesamt investierte Riegele 600.000€ in das neue Dampfsystem: Auf 30 Jahre gerechnet lassen sich damit 6,5 Millionen Euro einsparen.

Auch kleine Maßnahmen zählen

Neben großen Investitionen sind auch kleine und schnell umsetzbare Maßnahmen wichtig, die direkt Ergebnisse zeigen. „Zum Beispiel werden unsere Getränke im Logistikzentrum mit Elektrostaplern verladen. Und bei unseren LKWs haben wir bereits seit 2016 das eSave3G-System im Einsatz, das unsere Fahrer zu einer nachhaltigen Fahrweise anhält“, erklärt der Logistikleiter Reinhard Vogt.
Teil einer durchgängig nachhaltigen Unternehmensstrategie ist eine nachhaltige Wertschöpfungskette. Das beginnt bereits im Einkauf. Riegele bezieht seine Rohstoffe wie Malz und Hopfen überwiegend über Partner und Lieferanten aus der Region, um kurze Transportwege zu sichern. Das gilt auch für Verpackungsmaterialien wie Flaschen, Kisten oder Verschlüsse. Die Brauerei ist zudem Verfechter der Mehrwegflaschen. Diese sind nicht nur ökologisch sinnvoller, sondern verursachen weitaus weniger CO2 in der Herstellung als Einwegflaschen.

Investitionen für die nächsten 20 Jahre

Dass sich Investitionen in Technologie lohnen, davon ist man bei Riegele überzeugt. „Natürlich kostet das alles Geld, aber das ist sinnvoll investiertes Geld, denn es hat uns ermöglicht, uns für die nächsten 20 Jahre gut aufzustellen“, betont Sebastian B. Priller-Riegele, der heute zusammen mit seinem Vater Dr. Sebastian Priller die Familienbrauerei führt.
So bezieht Riegele seit 2014 am Standort Augsburg Sonnenenergie aus der eigenen Photovoltaik-Anlage, die 200.000 kwh Strom erzeugt. Zudem können durch eine Brennstoffzelle 240 Gramm CO2 pro Kilowattstunde eingespart werden. Neben dem kompletten Neuaufbau des internen Warmwasser-Systems, wurde für rund eine Millionen Euro die Abfüllanlage modernisiert, die so zu nachhaltigeren Abläufen im Wertschöpfungsprozess beiträgt.
Eine weitere große Investition der letzten Jahre war der energiesparende Dampfkessel, der 2015 im Brauhaus eingebaut wurde. Dieser wird nun nicht mehr mit Heizöl, sondern mit Erdgas betrieben, was eine umweltfreundlichere Verbrennung mit weniger Schadstofffreisetzung fördert. Durch zwei eingebaute Wärmetauscher ist dazu die Energierückgewinnung höher. Insgesamt investierte Riegele 600.000€ in das neue Dampfsystem: Auf 30 Jahre gerechnet lassen sich damit 6,5 Millionen Euro einsparen.

Auch kleine Maßnahmen zählen

Neben großen Investitionen sind auch kleine und schnell umsetzbare Maßnahmen wichtig, die direkt Ergebnisse zeigen. „Zum Beispiel werden unsere Getränke im Logistikzentrum mit Elektrostaplern verladen. Und bei unseren LKWs haben wir bereits seit 2016 das eSave3G-System im Einsatz, das unsere Fahrer zu einer nachhaltigen Fahrweise anhält“, erklärt der Logistikleiter Reinhard Vogt.
Teil einer durchgängig nachhaltigen Unternehmensstrategie ist eine nachhaltige Wertschöpfungskette. Das beginnt bereits im Einkauf. Riegele bezieht seine Rohstoffe wie Malz und Hopfen überwiegend über Partner und Lieferanten aus der Region, um kurze Transportwege zu sichern. Das gilt auch für Verpackungsmaterialien wie Flaschen, Kisten oder Verschlüsse. Die Brauerei ist zudem Verfechter der Mehrwegflaschen. Diese sind nicht nur ökologisch sinnvoller, sondern verursachen weitaus weniger CO2 in der Herstellung als Einwegflaschen.

3 Tipps zum Nachmachen

  • Geld in die Hand nehmen und eine transparente Datenbasis schaffen
  • Langfristig planen und auch andere Branchen als Benchmark besuchen
  • Mut zur Umsetzung und querzudenken

Die Bemühungen lohnen sich

Dass die zahlreichen Maßnahmen Wirkung zeigen, belegen Zahlen, die in der 2019 vorgelegten Umwelterklärung von Riegele erfasst sind. So konnte durch die Umstellung von Heizöl auf emissionsärmeres Erdgas die CO2-Emissionen zwischen den Jahren 2014 und 2016 bereits um 17% gesenkt werden. Riegele erreichte damit sein erstes Umweltziel. Auch der Bezug von Fremdstrom ist durch den Neuaufbau des Warmwasser-Systems und dem neuen energiesparenden Dampfkessels um 9,5% gesunken. 2020 konnte der Energieverbrauch um weitere 5% gesenkt werden, indem die Büroräume des Unternehmens mit Hilfe der Abwärme der Produktion beheizt und im Logistikzentrum eine Fußbodenheizung eingebaut wurden.

Verantwortung für die Region

Bereits seit dem Jahr 1386 ist die Brauerei Riegele in Augsburg zu Hause. Deshalb ist es der Inhaberfamilie Priller ein persönliches Anliegen, Verantwortung für Region und Umwelt zu übernehmen, um auch künftig die Brautradition fortzuführen. „Wir sind ein kleines Unternehmen, tragen aber große Verantwortung gegenüber der Umwelt“, unterstreicht auch Frank Müller. „Und wir können stolz darauf sein, seit Jahren unsere Umweltziele immer deutlich höher zu stecken, als es der Gesetzgeber vorschreibt“. Denn gerade für Brauereien ist das Thema Energie- und Ressourceneffizienz ein wichtiger Faktor, um zukunftsfähig zu bleiben. „Mittelständler wie die Brauerei Riegele haben einen entscheidenden Vorteil: Sie denken langfristig und realisieren auch Investitionen, die sich nicht innerhalb der nächsten 2 bis 3 Jahre amortisieren“, erklärt Matthias Voigtmann von ECA Concept GmbH, der die Brauerei seit mehr als 10 Jahren als Berater für Energie- und Ressourceneffizienz begleitet. Riegele schafft somit Perspektiven. Es werden nicht nur lokale Arbeitsplätze gesichert, sondern auch eine gesunde regionale Wirtschaftsstruktur gefördert. Dass man durch ein systematisches und vor allem weitsichtiges Umweltmanagement bereits heute in die Zukunft investieren kann, wird damit bewiesen.

Kontakt

Brauerei S. Riegele Inh. Riegele KG

Herrn Dr. Sebastian B. Priller
Junior, Geschäftsleitungsebene

Frölichstr. 26
86150 Augsburg

+49 821 32090
+49 821 3209-80
info@riegele.de
http://www.riegele.de

Praxisbeispiele Diese Unternehmen zeigen wie es geht

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20.03.2024 | 08:30–17:00 Uhr, im Innovationsbogen Technologietransfer-Kongress 2024

Der Kongress findet am 20. März von 8.30 bis 17.00 Uhr im Innovationsbogen (Karl-Drais-Str. 1, 86159 Augsburg) statt.
Wie entstehen Innovationen? Was gibt es Neues aus der Forschung? Und wie sieht die Zusammenarbeit mit Hochschulen, Fraunhofer und DLR aus? Antworten dazu gibt der Technologietransfer-Kongress 2024 mit Exkursionen, Networkings, Vorträgen und Workshops. Unter dem Motto „Innovation erleben“ geht es um die zentralen Themen unserer Zeit wie Digitalisierung und KI, Arbeit 4.0, Mensch-Maschine-Kooperation, Robotik, Big Data, Materialforschung, Additive Fertigung, Energie- und Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit und Innovationsmanagement.

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