Expertise Nachhaltiges Wirtschaften Nachhaltige Ressourcenstrategien in Unternehmen - Dr. Andrea Thorenz

Dr. Andrea Thorenz ist Akademische Oberrätin, Leitung des Resource Labs am Institut für Materials Resource Management und stellvertretende Direktorin des Zentrums für Klimaresilienz. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in den Bereichen Industrial Ecology, Abfall- und Umweltmanagement und Life-Cycle-Assessment und Ressourcenstrategien. Wir waren im Gespräch mit Frau Dr. Andrea Thorenz über nachhaltige Ressourcenstrategien in Unternehmen und die Förderung von nachhaltigen Geschäftsmodellen.

Wie fördern Sie an der Uni Augsburg die Nachhaltigkeit in Unternehmen und in welchen Bereichen können Unternehmen besonders wirkungsvoll zur nachhaltigen Entwicklung beitragen?

Mit Unternehmen aus Augsburg und Umland pflegen wir seit vielen Jahren einen intensiven Austausch - sei es über Masterarbeitsthemen, gemeinsame Projekte oder im Rahmen meines praxisorientierten Seminars, das in Kooperation mit der IHK Schwaben und dem REZ Bayern stattfindet.  Ich halte es für sehr wichtig, unternehmerische Nachhaltigkeit zu fördern und dabei die drei Dimensionen ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung miteinander zu vereinen. Gleichzeitig bieten praxisorientierte Aufgaben eine wertvolle Gelegenheit, die im Studium erlernten Methoden anzuwenden. In meinem Seminar unterstützen wir Unternehmen dabei, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, und erarbeiten gemeinsam mit Studierenden des Wirtschaftsingenieurwesens Konzepte, die in den Unternehmen weiterverwendet werden können.

Seit 2024 unterliegen viele Unternehmen zudem einer erweiterten Berichtspflicht gemäß der EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Ziel dieser Richtlinie ist es, die Transparenz in der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erhöhen. Unternehmen sind nun verpflichtet, ein umfassendes Nachhaltigkeitsreporting zu erstellen und darzulegen, wie sie ihre Geschäftsprozesse anpassen, Ressourcen effizienter nutzen, auf erneuerbare Energien umsteigen und soziale Verantwortung übernehmen.

Welche Instrumente sind besonders geeignet, um Nachhaltigkeit wirksam in Geschäftsmodelle zu integrieren und welche Erfolgsbeispiele können Sie beschreiben?

Es gibt vielfältige Ansätze und Instrumente zur Integration von Nachhaltigkeit in Geschäftsmodelle. Ein zentrales Konzept ist die Circular Economy, also die Kreislaufwirtschaft, bei der Rohstoffe, Halbzeuge oder Produkte möglichst lange im Umlauf gehalten und Abfälle minimiert werden. Auf diese Weise lassen sich ökologische Zielsetzungen mit wirtschaftlichem Erfolg sinnvoll verknüpfen. In unserem Seminar greifen wir dieses Konzept regelmäßig auf - etwa bei der Optimierung des Wasserverbrauchs in Waschanlagen oder bei der Nutzung von Abwärme aus industriellen Prozessen.

Ein weiteres wichtiges Instrument ist die Integration von Lebenszyklusanalysen in strategische Entscheidungsprozesse. Auch dieses wenden unsere Studierende im Seminar praxisnah an, zum Beispiel bei der Bewertung verschiedener Maschinentypen oder der Analyse der Auswirkungen eines Ausbaus von Solaranlagen. Diese Ansätze adressieren nicht nur zentrale Nachhaltigkeitsthemen, sondern auch Fragen der Klimaanpassung - etwa im Hinblick auf eingeschränkten Zugang zu Frischwasser oder die Verwertung von Holzabfällen infolge klimabedingter Waldschäden.

Welche Rolle spielt das Klimarisikomanagement bei Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen?

Der Klimawandel hat zu einem gestiegenen Bewusstsein und zu verschärften Anforderungen im Nachhaltigkeitsmanagement geführt. Unternehmen sind zunehmend gefordert, Nachhaltigkeitskonzepte zu entwickeln und Ressourcen effizienter zu nutzen. Dabei sehen sie sich verstärkt mit physischen Risiken wie Extremwetterereignissen, Hitzeperioden oder Überschwemmungen konfrontiert - Risiken, die nicht nur Produktionsprozesse beeinträchtigen, sondern auch globale Lieferketten und die Verfügbarkeit kritischer Ressourcen gefährden können. Ein effektives und systematisches Klimarisikomanagement unterstützt Unternehmen dabei, solche Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und fundierte Entscheidungen zu treffen - etwa durch eine vorausschauende Standortwahl zur Stärkung resilienter Lieferketten. 

In unserer Forschung untersuchen wir daher die Verbindung zwischen Ressourcennutzung, Klimaanpassung und unternehmerischer Resilienz. Wir zeigen auf, wie Unternehmen durch strategische Anpassung nicht nur Risiken minimieren, sondern gleichzeitig Innovationspotenziale erschließen können - und wie Klimarisikomanagement so zu einem aktiven Gestaltungsinstrument nachhaltiger Wertschöpfung wird. 

Dr. Andrea Thorenz ist Akademische Oberrätin, Leitung des Resource Labs am Institut für Materials Resource Management und stellvertretende Direktorin des Zentrums für Klimaresilienz. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in den Bereichen Industrial Ecology, Abfall- und Umweltmanagement und Life-Cycle-Assessment und Ressourcenstrategien. Wir waren im Gespräch mit Frau Dr. Andrea Thorenz über nachhaltige Ressourcenstrategien in Unternehmen und die Förderung von nachhaltigen Geschäftsmodellen.

Wie fördern Sie an der Uni Augsburg die Nachhaltigkeit in Unternehmen und in welchen Bereichen können Unternehmen besonders wirkungsvoll zur nachhaltigen Entwicklung beitragen?

Mit Unternehmen aus Augsburg und Umland pflegen wir seit vielen Jahren einen intensiven Austausch - sei es über Masterarbeitsthemen, gemeinsame Projekte oder im Rahmen meines praxisorientierten Seminars, das in Kooperation mit der IHK Schwaben und dem REZ Bayern stattfindet.  Ich halte es für sehr wichtig, unternehmerische Nachhaltigkeit zu fördern und dabei die drei Dimensionen ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung miteinander zu vereinen. Gleichzeitig bieten praxisorientierte Aufgaben eine wertvolle Gelegenheit, die im Studium erlernten Methoden anzuwenden. In meinem Seminar unterstützen wir Unternehmen dabei, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, und erarbeiten gemeinsam mit Studierenden des Wirtschaftsingenieurwesens Konzepte, die in den Unternehmen weiterverwendet werden können.

Seit 2024 unterliegen viele Unternehmen zudem einer erweiterten Berichtspflicht gemäß der EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Ziel dieser Richtlinie ist es, die Transparenz in der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erhöhen. Unternehmen sind nun verpflichtet, ein umfassendes Nachhaltigkeitsreporting zu erstellen und darzulegen, wie sie ihre Geschäftsprozesse anpassen, Ressourcen effizienter nutzen, auf erneuerbare Energien umsteigen und soziale Verantwortung übernehmen.

Welche Instrumente sind besonders geeignet, um Nachhaltigkeit wirksam in Geschäftsmodelle zu integrieren und welche Erfolgsbeispiele können Sie beschreiben?

Es gibt vielfältige Ansätze und Instrumente zur Integration von Nachhaltigkeit in Geschäftsmodelle. Ein zentrales Konzept ist die Circular Economy, also die Kreislaufwirtschaft, bei der Rohstoffe, Halbzeuge oder Produkte möglichst lange im Umlauf gehalten und Abfälle minimiert werden. Auf diese Weise lassen sich ökologische Zielsetzungen mit wirtschaftlichem Erfolg sinnvoll verknüpfen. In unserem Seminar greifen wir dieses Konzept regelmäßig auf - etwa bei der Optimierung des Wasserverbrauchs in Waschanlagen oder bei der Nutzung von Abwärme aus industriellen Prozessen.

Ein weiteres wichtiges Instrument ist die Integration von Lebenszyklusanalysen in strategische Entscheidungsprozesse. Auch dieses wenden unsere Studierende im Seminar praxisnah an, zum Beispiel bei der Bewertung verschiedener Maschinentypen oder der Analyse der Auswirkungen eines Ausbaus von Solaranlagen. Diese Ansätze adressieren nicht nur zentrale Nachhaltigkeitsthemen, sondern auch Fragen der Klimaanpassung - etwa im Hinblick auf eingeschränkten Zugang zu Frischwasser oder die Verwertung von Holzabfällen infolge klimabedingter Waldschäden.

Welche Rolle spielt das Klimarisikomanagement bei Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen?

Der Klimawandel hat zu einem gestiegenen Bewusstsein und zu verschärften Anforderungen im Nachhaltigkeitsmanagement geführt. Unternehmen sind zunehmend gefordert, Nachhaltigkeitskonzepte zu entwickeln und Ressourcen effizienter zu nutzen. Dabei sehen sie sich verstärkt mit physischen Risiken wie Extremwetterereignissen, Hitzeperioden oder Überschwemmungen konfrontiert - Risiken, die nicht nur Produktionsprozesse beeinträchtigen, sondern auch globale Lieferketten und die Verfügbarkeit kritischer Ressourcen gefährden können. Ein effektives und systematisches Klimarisikomanagement unterstützt Unternehmen dabei, solche Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und fundierte Entscheidungen zu treffen - etwa durch eine vorausschauende Standortwahl zur Stärkung resilienter Lieferketten. 

In unserer Forschung untersuchen wir daher die Verbindung zwischen Ressourcennutzung, Klimaanpassung und unternehmerischer Resilienz. Wir zeigen auf, wie Unternehmen durch strategische Anpassung nicht nur Risiken minimieren, sondern gleichzeitig Innovationspotenziale erschließen können - und wie Klimarisikomanagement so zu einem aktiven Gestaltungsinstrument nachhaltiger Wertschöpfung wird. 

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Universität Augsburg Lehrstuhl für Ressourcenstrategie

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