Veröffentlicht am 30. Juli 2026
News Nachhaltigkeit – Jim´s Geschmackszirkus setzt Nachhaltigkeit auf den Speiseplan
Nachhaltiges Wirtschaften in der Gastronomie bedeutet, viele Entscheidungen im Alltag bewusst zu treffen. Jim´s Geschmackszirkus (Jim´s) aus der Region Augsburg zeigt, wie regionale Partnerschaften, Bio-Zutaten, Lebensmittelrettung und wirtschaftliche Anforderungen miteinander verbunden werden können.
Vor zehn Jahren startete der Foodtruck- und Cateringbetrieb mit einem Fahrzeug. Heute gehören vier Foodtrucks, zwei Anhänger und zusätzliche mobile Gastronomielösungen zum Unternehmen. Bei Großveranstaltungen versorgt das Team mehrere Tausend Gäste pro Tag. Trotz des Wachstums ist der Anspruch geblieben: Qualität, Herkunft und Nachhaltigkeit sollen zusammenpassen. „Wir wollen nicht perfekt sein, wir wollen es einfach authentisch machen“, beschreibt Geschäftsführer Maximilian Eller die Haltung des Unternehmens.
Regionale Zutaten, bewusste Entscheidungen
Die Idee hinter dem Konzept war von Beginn an klar: „Zutaten von daheim, Rezepte aus aller Welt.“ Für Burger, Kässpatzen, Langos, Pizza oder Eintöpfe setzt Jim´s deshalb auf langfristige Partnerschaften mit regionalen Betrieben. Die Brötchen kommen von einer Bäckerei in Nordendorf, das Fleisch seit den Anfangstagen von einer Metzgerei mit eigenem Bauernhof in Gablingen. Weitere Produkte bezieht das Unternehmen unter anderem von Partnern aus dem Augsburger Umland.
Dabei geht es nicht nur um kurze Wege, sondern auch um Vertrauen und Verlässlichkeit. „Ob wir die Spätzle selbst in der Küche machen oder jemand zehn Kilometer entfernt, spielt für uns keine Rolle, wenn das Produkt gut ist und die Wertschöpfung in der Region bleibt“, erklärt Eller.
Aus diesem Antrieb heraus ist Jim´s seit mehreren Jahren biozertifiziert und setzt einen großen Teil der Zutaten nach Möglichkeit in Bioqualität ein. Gleichzeitig zeigt der Alltag eines Cateringbetriebs, dass Nachhaltigkeit immer auch eine Frage der Umsetzbarkeit ist. Große Mengen müssen verfügbar sein, Lieferketten funktionieren und die Qualität muss stimmen. „Wir wollen transparent sein und sagen, was wirklich drin ist“, so der Geschäftsführer.
Vom Einkauf bis zur Verwertung
Nachhaltigkeit endet für Jim´s nicht beim Einkauf. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist der bewusste Umgang mit Lebensmitteln. Übrig gebliebene Speisen werden über ein regionales Foodsharing-Netzwerk weitergegeben. Dafür hat das Unternehmen einen eigenen Kühlschrank eingerichtet. „Wir gehen äußerst sorgsam und effizient mit allen Materialien um“, sagt der Geschäftsführer. Besonders wichtig sei dabei, dass Nachhaltigkeit nicht nur beim Einkauf beginne: „Sonst ist es nur nachhaltig eingekauft, aber nicht verwertet.“
Auch darüber hinaus setzt der Betrieb auf viele kleine Maßnahmen: Ökostrom, biologische Reinigungsmittel, Mehrweglösungen bei Getränken, Bio-Textilien und refurbished Bürogeräte gehören ebenso dazu wie Reparieren statt Ersetzen. Ein defektes Gerät wird nach Möglichkeit instand gesetzt, bevor etwas Neues angeschafft wird.
Nachhaltigkeit konsequent mitdenken
Auch bei pflanzlichen Angeboten zeigt sich dieser Praxisbezug. Vegetarische und vegane Gerichte werden vor allem nach Kundenwunsch und Veranstaltungskonzept umgesetzt. Das Unternehmen würde gerne häufiger entsprechende Angebote machen, beobachtet bislang jedoch eine zurückhaltende Nachfrage in der Region. Erfahrungen aus Veranstaltungen zeigen aber: Wenn vegetarische oder vegane Speisen angeboten werden, werden sie auch angenommen.
Von anderen Unternehmen wünscht sich der Betrieb deshalb, Nachhaltigkeit auch bei Veranstaltungen und der Verpflegung konsequenter mitzudenken. „Viele Unternehmen haben auf ihrer Homepage einen Bereich zu Nachhaltigkeit. Aber beim Essen hört es dann leider oft auf“, beobachtet der Geschäftsführer.
Gerade bei Firmenfeiern, Tagungen oder Sommerfesten könne die Wahl des Caterings ein sichtbarer und vergleichsweise einfacher Schritt sein. Wer regionale Anbieter, transparente Lieferketten, pflanzliche Alternativen und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln berücksichtigt, kann das eigene Nachhaltigkeitsverständnis auch bei Veranstaltungen glaubwürdig fortführen.
Wirtschaftlichkeit bleibt entscheidend
Nachhaltigere Produkte haben ihren Preis. Bio-Lebensmittel können im Einkauf nach Angaben des Unternehmens teilweise 20 bis 30 Prozent teurer sein. Gleichzeitig steht der Betrieb im Wettbewerb mit anderen Cateringanbietern und muss wirtschaftlich arbeiten. Jim´s setzt deshalb auf einen ausgewogenen Weg: „Unser Ziel ist gute Qualität zu einem fairen Preis anzubieten. Bei größeren Aufträgen und Abnahmemengen rückt der preisliche Unterschied zu Mitbewerbern stark zusammen. Wir beraten gerne persönlich, um die wirtschaftlich beste Lösung zu finden. Am Ende liegt die Entscheidung jedoch bei den Auftraggebern.“
Auch beim Fuhrpark zeigt sich dieser abwiegende Ansatz. Elektrische Lösungen sind aufgrund von Gewicht, Reichweite und Kosten derzeit nur eingeschränkt praktikabel. Statt funktionierende Fahrzeuge vorschnell auszutauschen, nutzt der Betrieb die vorhandenen Ressourcen möglichst lange. Für Maximilian Eller entsteht nachhaltiges Wirtschaften nicht durch eine einzelne große Investition, sondern durch viele bewusste Entscheidungen im Alltag – bei der Beschaffung, im Umgang mit Lebensmitteln, bei der Ausstattung und in der Zusammenarbeit mit regionalen Partnern.
Damit ist der Betrieb ein anschauliches Praxisbeispiel aus der Region A³: Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg können zusammen gedacht werden, wenn Unternehmen eigene, praxistaugliche Lösungen entwickeln.
Nachhaltiges Wirtschaften in der Gastronomie bedeutet, viele Entscheidungen im Alltag bewusst zu treffen. Jim´s Geschmackszirkus (Jim´s) aus der Region Augsburg zeigt, wie regionale Partnerschaften, Bio-Zutaten, Lebensmittelrettung und wirtschaftliche Anforderungen miteinander verbunden werden können.
Vor zehn Jahren startete der Foodtruck- und Cateringbetrieb mit einem Fahrzeug. Heute gehören vier Foodtrucks, zwei Anhänger und zusätzliche mobile Gastronomielösungen zum Unternehmen. Bei Großveranstaltungen versorgt das Team mehrere Tausend Gäste pro Tag. Trotz des Wachstums ist der Anspruch geblieben: Qualität, Herkunft und Nachhaltigkeit sollen zusammenpassen. „Wir wollen nicht perfekt sein, wir wollen es einfach authentisch machen“, beschreibt Geschäftsführer Maximilian Eller die Haltung des Unternehmens.
Regionale Zutaten, bewusste Entscheidungen
Die Idee hinter dem Konzept war von Beginn an klar: „Zutaten von daheim, Rezepte aus aller Welt.“ Für Burger, Kässpatzen, Langos, Pizza oder Eintöpfe setzt Jim´s deshalb auf langfristige Partnerschaften mit regionalen Betrieben. Die Brötchen kommen von einer Bäckerei in Nordendorf, das Fleisch seit den Anfangstagen von einer Metzgerei mit eigenem Bauernhof in Gablingen. Weitere Produkte bezieht das Unternehmen unter anderem von Partnern aus dem Augsburger Umland.
Dabei geht es nicht nur um kurze Wege, sondern auch um Vertrauen und Verlässlichkeit. „Ob wir die Spätzle selbst in der Küche machen oder jemand zehn Kilometer entfernt, spielt für uns keine Rolle, wenn das Produkt gut ist und die Wertschöpfung in der Region bleibt“, erklärt Eller.
Aus diesem Antrieb heraus ist Jim´s seit mehreren Jahren biozertifiziert und setzt einen großen Teil der Zutaten nach Möglichkeit in Bioqualität ein. Gleichzeitig zeigt der Alltag eines Cateringbetriebs, dass Nachhaltigkeit immer auch eine Frage der Umsetzbarkeit ist. Große Mengen müssen verfügbar sein, Lieferketten funktionieren und die Qualität muss stimmen. „Wir wollen transparent sein und sagen, was wirklich drin ist“, so der Geschäftsführer.
Vom Einkauf bis zur Verwertung
Nachhaltigkeit endet für Jim´s nicht beim Einkauf. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist der bewusste Umgang mit Lebensmitteln. Übrig gebliebene Speisen werden über ein regionales Foodsharing-Netzwerk weitergegeben. Dafür hat das Unternehmen einen eigenen Kühlschrank eingerichtet. „Wir gehen äußerst sorgsam und effizient mit allen Materialien um“, sagt der Geschäftsführer. Besonders wichtig sei dabei, dass Nachhaltigkeit nicht nur beim Einkauf beginne: „Sonst ist es nur nachhaltig eingekauft, aber nicht verwertet.“
Auch darüber hinaus setzt der Betrieb auf viele kleine Maßnahmen: Ökostrom, biologische Reinigungsmittel, Mehrweglösungen bei Getränken, Bio-Textilien und refurbished Bürogeräte gehören ebenso dazu wie Reparieren statt Ersetzen. Ein defektes Gerät wird nach Möglichkeit instand gesetzt, bevor etwas Neues angeschafft wird.
Nachhaltigkeit konsequent mitdenken
Auch bei pflanzlichen Angeboten zeigt sich dieser Praxisbezug. Vegetarische und vegane Gerichte werden vor allem nach Kundenwunsch und Veranstaltungskonzept umgesetzt. Das Unternehmen würde gerne häufiger entsprechende Angebote machen, beobachtet bislang jedoch eine zurückhaltende Nachfrage in der Region. Erfahrungen aus Veranstaltungen zeigen aber: Wenn vegetarische oder vegane Speisen angeboten werden, werden sie auch angenommen.
Von anderen Unternehmen wünscht sich der Betrieb deshalb, Nachhaltigkeit auch bei Veranstaltungen und der Verpflegung konsequenter mitzudenken. „Viele Unternehmen haben auf ihrer Homepage einen Bereich zu Nachhaltigkeit. Aber beim Essen hört es dann leider oft auf“, beobachtet der Geschäftsführer.
Gerade bei Firmenfeiern, Tagungen oder Sommerfesten könne die Wahl des Caterings ein sichtbarer und vergleichsweise einfacher Schritt sein. Wer regionale Anbieter, transparente Lieferketten, pflanzliche Alternativen und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln berücksichtigt, kann das eigene Nachhaltigkeitsverständnis auch bei Veranstaltungen glaubwürdig fortführen.
Wirtschaftlichkeit bleibt entscheidend
Nachhaltigere Produkte haben ihren Preis. Bio-Lebensmittel können im Einkauf nach Angaben des Unternehmens teilweise 20 bis 30 Prozent teurer sein. Gleichzeitig steht der Betrieb im Wettbewerb mit anderen Cateringanbietern und muss wirtschaftlich arbeiten. Jim´s setzt deshalb auf einen ausgewogenen Weg: „Unser Ziel ist gute Qualität zu einem fairen Preis anzubieten. Bei größeren Aufträgen und Abnahmemengen rückt der preisliche Unterschied zu Mitbewerbern stark zusammen. Wir beraten gerne persönlich, um die wirtschaftlich beste Lösung zu finden. Am Ende liegt die Entscheidung jedoch bei den Auftraggebern.“
Auch beim Fuhrpark zeigt sich dieser abwiegende Ansatz. Elektrische Lösungen sind aufgrund von Gewicht, Reichweite und Kosten derzeit nur eingeschränkt praktikabel. Statt funktionierende Fahrzeuge vorschnell auszutauschen, nutzt der Betrieb die vorhandenen Ressourcen möglichst lange. Für Maximilian Eller entsteht nachhaltiges Wirtschaften nicht durch eine einzelne große Investition, sondern durch viele bewusste Entscheidungen im Alltag – bei der Beschaffung, im Umgang mit Lebensmitteln, bei der Ausstattung und in der Zusammenarbeit mit regionalen Partnern.
Damit ist der Betrieb ein anschauliches Praxisbeispiel aus der Region A³: Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg können zusammen gedacht werden, wenn Unternehmen eigene, praxistaugliche Lösungen entwickeln.