News STANDORT Medizin von morgen: Der Neubau des Universitätsklinikums Augsburg

Gastbeitrag von Richard Goerlich, Universitätsklinikum Augsburg (UKA)

Der vom Ministerrat der Bayerischen Staatsregierung beschlossene Neubau des Universitätsklinikums Augsburg (UKA) stellt einen zukunftsweisenden Meilenstein in der Entwicklung der Gesundheits- und Wissenschaftsregion Augsburg dar. Es wird ein hochmoderner Klinikneubau errichtet, der es ermöglicht, Spitzenmedizin, Forschung und Lehre nachhaltig zu vernetzen. Wie genau die neuen Gebäude aussehen werden, ist noch nicht bekannt; das Bauleitverfahren wird eben erst eröffnet. Klar ist aber: Das „neue UKA“ wird ganz anders aussehen als der den Augsburgern vertraute monolithische Bettenturm. Moderne Klinikbauten im internationalen Vergleich zeigen, was möglich ist.

Warum eigentlich ein Neubau? Das alte Hauptgebäude, den Augsburgern noch bekannt als „Zentralklinikum“, stammt aus den frühen 1980er Jahren und ist trotz modernster Medizintechnik in den Operationssälen und auf den Stationen baulich stark gealtert. Der technische Lebenszyklus ist erreicht, die Instandhaltung wird zunehmend aufwändig. Eine Generalsanierung im laufenden Betrieb hätte etwa bis zu 30 Jahre gedauert – mit erheblichen Risiken einer Bauverzögerung und Kostenexplosion. Mitarbeitende und Patienten hätten über Jahrzehnte hinweg auf einer „Dauerbaustelle“ gelebt und gearbeitet, die Sanierung hätte erhebliche Betriebseinschränkungen, Belastungen und Risiken bedeutet.

Im Gegensatz zur Sanierung bleibt der Klinikbetrieb beim Neubau ohne große Unterbrechungen erhalten. Nur so sind medizinische Versorgung und Lehre während der Bauzeit gesichert. Und das betrifft ein riesiges Versorgungsgebiet: Das UKA ist Maximalversorger für ganz Schwaben und versorgt Patienten vom Allgäu bis nach Nordschwaben.

Medizinische Exzellenz und regionale Strahlkraft

Der Uniklinik-Neubau stärkt die universitäre Spitzenmedizin und den Wissenschaftsstandort und bietet die einmalige Chance, Medizin der höchsten Stufe in Augsburg zu etablieren. Durch die räumliche Nähe zur Medizinischen Fakultät Augsburg – deren Campus derzeit in unmittelbarer Nachbarschaft entsteht – entstehen Synergien, die sich in klinischer Forschung, Translation und Lehre manifestieren.

Auch die Studierenden profitieren unmittelbar: moderne Skills-Labs, Simulationszentren und kürzere Wege zwischen theoretischer Ausbildung, Forschungslabor und Klinik sorgen dafür, dass der medizinische Nachwuchs auf höchstem Level ausgebildet wird. Man darf nicht vergessen: Es entstehen in Augsburg derzeit 1.500 von 2.700 neuen Medizinstudienplätzen in Bayern.

Gastbeitrag von Richard Goerlich, Universitätsklinikum Augsburg (UKA)

Der vom Ministerrat der Bayerischen Staatsregierung beschlossene Neubau des Universitätsklinikums Augsburg (UKA) stellt einen zukunftsweisenden Meilenstein in der Entwicklung der Gesundheits- und Wissenschaftsregion Augsburg dar. Es wird ein hochmoderner Klinikneubau errichtet, der es ermöglicht, Spitzenmedizin, Forschung und Lehre nachhaltig zu vernetzen. Wie genau die neuen Gebäude aussehen werden, ist noch nicht bekannt; das Bauleitverfahren wird eben erst eröffnet. Klar ist aber: Das „neue UKA“ wird ganz anders aussehen als der den Augsburgern vertraute monolithische Bettenturm. Moderne Klinikbauten im internationalen Vergleich zeigen, was möglich ist.

Warum eigentlich ein Neubau? Das alte Hauptgebäude, den Augsburgern noch bekannt als „Zentralklinikum“, stammt aus den frühen 1980er Jahren und ist trotz modernster Medizintechnik in den Operationssälen und auf den Stationen baulich stark gealtert. Der technische Lebenszyklus ist erreicht, die Instandhaltung wird zunehmend aufwändig. Eine Generalsanierung im laufenden Betrieb hätte etwa bis zu 30 Jahre gedauert – mit erheblichen Risiken einer Bauverzögerung und Kostenexplosion. Mitarbeitende und Patienten hätten über Jahrzehnte hinweg auf einer „Dauerbaustelle“ gelebt und gearbeitet, die Sanierung hätte erhebliche Betriebseinschränkungen, Belastungen und Risiken bedeutet.

Im Gegensatz zur Sanierung bleibt der Klinikbetrieb beim Neubau ohne große Unterbrechungen erhalten. Nur so sind medizinische Versorgung und Lehre während der Bauzeit gesichert. Und das betrifft ein riesiges Versorgungsgebiet: Das UKA ist Maximalversorger für ganz Schwaben und versorgt Patienten vom Allgäu bis nach Nordschwaben.

Medizinische Exzellenz und regionale Strahlkraft

Der Uniklinik-Neubau stärkt die universitäre Spitzenmedizin und den Wissenschaftsstandort und bietet die einmalige Chance, Medizin der höchsten Stufe in Augsburg zu etablieren. Durch die räumliche Nähe zur Medizinischen Fakultät Augsburg – deren Campus derzeit in unmittelbarer Nachbarschaft entsteht – entstehen Synergien, die sich in klinischer Forschung, Translation und Lehre manifestieren.

Auch die Studierenden profitieren unmittelbar: moderne Skills-Labs, Simulationszentren und kürzere Wege zwischen theoretischer Ausbildung, Forschungslabor und Klinik sorgen dafür, dass der medizinische Nachwuchs auf höchstem Level ausgebildet wird. Man darf nicht vergessen: Es entstehen in Augsburg derzeit 1.500 von 2.700 neuen Medizinstudienplätzen in Bayern.

Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender, Uniklinikum Augsburg

Prof. Dr. Klaus Markstaller

„Der Neubau bietet uns die einmalige Chance, Klinik, Lehre und Forschung so zu verzahnen, dass unsere Region nicht nur patientenorientierte Spitzenmedizin erhält, sondern zugleich ein hochattraktiver Standort für Wissenschaft und Ausbildung entsteht.“

Trennung von Notfall- und Elektivmedizin

Das künftige Universitätsklinikum basiert auf einem nach modernsten medizinischen Erkenntnissen verfassten Strategiekonzept. Es sieht eine räumliche Trennung von akutem Patiententagesbetrieb und planbaren (elektiven) Eingriffen vor. Dadurch wird nicht nur eine Entlastung der Notaufnahme, sondern auch eine patientenfreundlichere Behandlungsqualität erreicht. Und: Die Kliniken bleiben auch in Krisensituationen resilient und funktionsfähig. Zwei wesentliche Elemente des Strategiekonzeptes seien im Folgenden beispielhaft genannt.

Same Day Surgery

Im Strategiekonzept ist die Einrichtung von Same Day Surgery-Einheiten vorgesehen: Patientinnen und Patienten kommen früh, erhalten ihre Behandlung und verlassen das Krankenhaus noch am gleichen Tag. Das senkt Krankenhausaufenthalte, spart Ressourcen und erhöht den Patientenkomfort.

Ambulantisierung

Ambulantisierung im medizinischen Strategiekonzept des Uniklinikums Augsburg bedeutet die systematische Verlagerung von Behandlungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich, also ohne Übernachtung im Krankenhaus bei gleich hoher medizinischer Qualität und mit größerem Fokus auf den Patientenkomfort.

Herausforderungen und Nachhaltigkeit

Trotz aller Vorteile des Neubaus steht das Universitätsklinikum vor großen Herausforderungen: Erstens muss während der Bauphase der Klinikbetrieb aufrechterhalten bleiben. Der Weiterbetrieb des alten Bestandsgebäudes bedeutet hohe Instandhaltungskosten, eingeschränkten Komfort für Patienten sowie erhöhte Sicherheitsrisiken.

Zudem brauchen Bauprojekte dieser Größenordnung langwierige Genehmigungen, exakte Termin- und Kostensteuerung – gerade in Zeiten steigender Zinsen und Materialkosten eine Herausforderung. Hinzu kommen Fragen der Personalgewinnung, etwa ob genügend Ärzte, Pflegepersonal und Forschungsteam gewonnen werden können. Schließlich stellt ein modernes Großklinikgebäude hohe Anforderungen an Energieeffizienz, Brandschutz und Digitalisierung.

Perspektive für die Region

Trotz dieser Herausforderungen lohnt sich der Weg: Das neue UKA schafft Kapazitäten für ca. 1.500 Betten inklusive diverser Spezialabteilungen. Die medizinische Versorgung deckt das gesamte Spektrum ab – von Routineeingriffen bis zu hochkomplexen Therapieverfahren. Sowohl Patienten aus Augsburg als auch aus dem gesamten schwäbisch-bayerischen Raum profitieren.

Gleichzeitig wird der Wissenschaftsstandort Augsburg gestärkt: Studierende, Forschende und Klinikpersonal erhalten zeitgemäße Arbeitsbedingungen, die Forschungskooperationen fördern und die Anziehungskraft erhöhen.

Fazit

Der Neubau des Universitätsklinikums Augsburg ist weit mehr als ein strukturelles Projekt – er ist ein strategisches Großvorhaben, das Medizin, Lehre und Forschung in Schwaben neu zu vernetzen verspricht. Der veraltete Bestand macht den Neubau dringend notwendig, das Zusammenspiel mit dem angrenzenden Campus eröffnet Chancen für Spitzenmedizin, Forschungserfolge und zeitgemäße Ausbildung.

Trennung von Notfall- und Elektivmedizin

Das künftige Universitätsklinikum basiert auf einem nach modernsten medizinischen Erkenntnissen verfassten Strategiekonzept. Es sieht eine räumliche Trennung von akutem Patiententagesbetrieb und planbaren (elektiven) Eingriffen vor. Dadurch wird nicht nur eine Entlastung der Notaufnahme, sondern auch eine patientenfreundlichere Behandlungsqualität erreicht. Und: Die Kliniken bleiben auch in Krisensituationen resilient und funktionsfähig. Zwei wesentliche Elemente des Strategiekonzeptes seien im Folgenden beispielhaft genannt.

Same Day Surgery

Im Strategiekonzept ist die Einrichtung von Same Day Surgery-Einheiten vorgesehen: Patientinnen und Patienten kommen früh, erhalten ihre Behandlung und verlassen das Krankenhaus noch am gleichen Tag. Das senkt Krankenhausaufenthalte, spart Ressourcen und erhöht den Patientenkomfort.

Ambulantisierung

Ambulantisierung im medizinischen Strategiekonzept des Uniklinikums Augsburg bedeutet die systematische Verlagerung von Behandlungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich, also ohne Übernachtung im Krankenhaus bei gleich hoher medizinischer Qualität und mit größerem Fokus auf den Patientenkomfort.

Herausforderungen und Nachhaltigkeit

Trotz aller Vorteile des Neubaus steht das Universitätsklinikum vor großen Herausforderungen: Erstens muss während der Bauphase der Klinikbetrieb aufrechterhalten bleiben. Der Weiterbetrieb des alten Bestandsgebäudes bedeutet hohe Instandhaltungskosten, eingeschränkten Komfort für Patienten sowie erhöhte Sicherheitsrisiken.

Zudem brauchen Bauprojekte dieser Größenordnung langwierige Genehmigungen, exakte Termin- und Kostensteuerung – gerade in Zeiten steigender Zinsen und Materialkosten eine Herausforderung. Hinzu kommen Fragen der Personalgewinnung, etwa ob genügend Ärzte, Pflegepersonal und Forschungsteam gewonnen werden können. Schließlich stellt ein modernes Großklinikgebäude hohe Anforderungen an Energieeffizienz, Brandschutz und Digitalisierung.

Perspektive für die Region

Trotz dieser Herausforderungen lohnt sich der Weg: Das neue UKA schafft Kapazitäten für ca. 1.500 Betten inklusive diverser Spezialabteilungen. Die medizinische Versorgung deckt das gesamte Spektrum ab – von Routineeingriffen bis zu hochkomplexen Therapieverfahren. Sowohl Patienten aus Augsburg als auch aus dem gesamten schwäbisch-bayerischen Raum profitieren.

Gleichzeitig wird der Wissenschaftsstandort Augsburg gestärkt: Studierende, Forschende und Klinikpersonal erhalten zeitgemäße Arbeitsbedingungen, die Forschungskooperationen fördern und die Anziehungskraft erhöhen.

Fazit

Der Neubau des Universitätsklinikums Augsburg ist weit mehr als ein strukturelles Projekt – er ist ein strategisches Großvorhaben, das Medizin, Lehre und Forschung in Schwaben neu zu vernetzen verspricht. Der veraltete Bestand macht den Neubau dringend notwendig, das Zusammenspiel mit dem angrenzenden Campus eröffnet Chancen für Spitzenmedizin, Forschungserfolge und zeitgemäße Ausbildung.

Dieser Text ist erschienen in unserem ahochdrei Magazin

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